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CHLAUSEN: Ein verfrühtes neues Jahr

Viele Bräuche sind von Regeln oder Verboten geprägt. Letzteres ist Grund dafür, dass heuer die Silvesterchläuse bereits einen Tag früher als üblich unterwegs sind.
Da Silvester in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, sind die Chlausen-Schuppel bereits morgen Samstag unterwegs. (Bild: Gian Ehrenzeller)

Da Silvester in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, sind die Chlausen-Schuppel bereits morgen Samstag unterwegs. (Bild: Gian Ehrenzeller)

Da Silvester diesmal auf einen Sonntag fällt, sind die Chläuse bereits einen Tag früher unterwegs. Die Kirche hat einst ein solches Verbot ausgesprochen. Das genaue Verbotsdatum, wie auch die Ursprünge des Silvesterchlausens, sind schwierig auszumachen. Der erste schriftliche Hinweis stammt von 1663. Er beschreibt vermummte Gestalten, die lärmend herumtrieben. Auch das Wort «Chlaus» lässt vermuten, dass der Brauch im Advent rund um den St. Nikolaustag begann. «Vermutlich waren sie unterwegs, um Geister zu vertreiben», sagt Walter Frick, Kurator des Appenzeller Brauchtummuseums Urnäsch.

Sein fundiertes Wissen rund um regionale Bräuche hat er sich über Jahrzehnte angeeignet. Bereits als Kind hat ihn die Chlausenhaube seines Vaters fasziniert, das «Zauren» hat ihn dann gänzlich in den Bann gezogen. Mit seinen Brüdern wird auch er mit dem «Waisenhaus-Schuppel» an Silvester in Urnäsch Neujahrswünsche überbringen.

Brauchtum als Touristenmagnet

Für Frick ist es ganz normal, dass die Silvesterchläuse einen Tag früher unterwegs sind. «Für mich gehört dieses Verbot zum geschichtlichen Hintergrund des Brauches und soll auch ausgelebt werden.» Die Kirche führte einst das Verbot ein, um das immer wildere Herumtreiben einzuschränken. Zudem hatte die Tradition Ähnlichkeiten mit heidnischen Ritualen. Deshalb vermuten Historiker, dass das Chlausen vom Advent auf Silvester verschoben wurde, weil die Kirche dies wollte. Das bunte und laute Treiben ist auch für viele Touristen ein Spektakel. «Ich chlause, um den Hausbewohnern ein gutes neues Jahr zu wünschen, in diesem Sinne stört mich der Tourismus nicht», sagt Frick. «Ich freue mich über alle, die unseren Brauch miterleben wollen. Hinter der Larve erkenne ich, wie bewegt viele Zuschauer sind. Die Andacht des Zäuerli und das laute Getöse der Rollen und Schellen machen wohl vielen Eindruck.»

Die Chancen, heuer auch am 31. Dezember einen Chlaus zu sichten, sind gross. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Gewohnheit des Spasschlausens ergeben. «Ich denke, auch dieses Jahr werden einige Schuppel am Sonntag unterwegs sein», sagt Frick. Dann gehen sie aber nicht bereits am Morgen früh los, sondern erst am Mittag oder beim Eindunkeln. Sie tragen nicht das Groscht vom Vortag, sondern lassen sich ein originelles Spasschlausen-Groscht einfallen. Frick: «Auch wir werden vermutlich unterwegs sein, da wir uns ein Motto haben einfallen lassen.»

Noemi Oesch

redaktiongo@tagblatt.ch

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