Chläuse feiern und spenden

Die Klausgruppen St. Gallen feiern dieses Jahr ihr 75. Jubiläum. Aus diesem Anlass haben sie drei sozialen Institutionen je 2500 Franken zukommen lassen. Es fehlt jedoch an Chläusen und Engeln.

David Gadze
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Die Klausgruppen St. Gallen besuchen am Donnerstagabend die Villa Yoyo. Sie überreichen nicht nur Chlaussäcke, sondern auch Checks. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die Klausgruppen St. Gallen besuchen am Donnerstagabend die Villa Yoyo. Sie überreichen nicht nur Chlaussäcke, sondern auch Checks. (Bild: Hanspeter Schiess)

In diesem Jahr feiern die Klausgruppen St. Gallen ihr 75-Jahr-Jubiläum. Was 1937 als ein Projekt von Josef Schwager begann, ist inzwischen ein fester Bestandteil der Vorweihnachtszeit.

Während sechs Tagen besuchen jedes Jahr Anfang Dezember ein Nikolaus, ein Ruprecht und zwei Engel Familien, Vereine oder soziale Institutionen in der Stadt St. Gallen. Es gebe zwei Sorten von Besuchen, sagt Beat Rütsche, Präsident der Klausgruppen: «Familien, Vereine und Firmen können uns gegen Bezahlung bestellen. Wir verstehen uns jedoch in erster Linie als caritative Organisation. Mit den Erlösen finanzieren wir Besuche bei bedürftigen oder einsamen Personen und die Geschenke, die wir ihnen mitbringen.» Dabei handle es sich um ein Chlaussäckli und bei finanziellen Problemen zusätzlich ein Lebensmittelpaket. «Und natürlich die Freude, die wir ihnen vermitteln.»

Die Besuchten werden den Klausgruppen von der Spitex, Pfarrämtern oder sozialdiakonischen Diensten vermittelt. Jedes Jahr werde ein Thema erarbeitet. Das diesjährige Motto sei «Fründschaftä fürs Läbä» gewesen.

Das soziale Gefälle nimmt zu

«Das Prinzip ist seit 75 Jahren dasselbe», sagt Rütsche. Die Arbeit habe sich im grossen und ganzen kaum verändert. Allerdings seien die Chläuse und ihre Begleiter heute mit anderen Realitäten konfrontiert als noch vor einigen Jahren. «Ich habe das Gefühl, dass die Einsamkeit tendenziell zunimmt.» Auch das soziale Gefälle zwischen caritativen und «bestellten» Besuchen werde eher grösser. «Als eine Organisation, die zu den Leuten in die Stuben geht, kriegen wir das hautnah mit. Auf der einen Seite sieht man Familien, deren Kinder auf Matratzen auf dem Boden schlafen müssen, auf der anderen gibt es solche, die ihre Kinder mit Geschenken richtiggehend überschwemmen», sagt Rütsche.

Diese Horizonterweiterung sei der Lohn für die Arbeit. «Gerade die Primarschüler, die uns als Engel begleiten, kommen nach solchen Erlebnissen oft tief beeindruckt nach Hause.»

Mangel an Chläusen und Engeln

Neue Herausforderungen stellen sich vor allem im organisatorischen Bereich. Für die Klausgruppen St. Gallen, für die heute insgesamt rund 100 Personen tätig sind, sei es in den vergangenen Jahren immer schwieriger geworden, neues Personal zu finden. «Gerade bei den Engeln hatten wir dieses Jahr eine grosse Knappheit. Einzelne Touren mussten wir sogar erstmals überhaupt ohne Engel durchführen.»

7500 Franken gespendet

Zu ihrem Jubiläum haben die Klausgruppen tief in die Säcke gegriffen. Am Donnerstagabend statteten sie den Kindern in der Villa Yoyo einen Besuche ab und überreichten dort drei Checks im Wert von je 2500 Franken. Damit unterstützen sie die drei Institutionen Villa Yoyo, Herberge zur Heimat und die Gassenküche.

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