Cheftrainer, Organisator und Motivator

Es ist Donnerstagabend. Langsam füllt sich das Kletterzentrum in St. Gallen. Das Training beginnt um 18 Uhr. Zahlreiche Kinder sind schon früher da. Sie können es während des Anziehens ihrer Schuhe kaum erwarten, die Kletterwand zu besteigen.

Joel Christakis
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Thomas Achermann sichert seinen Sohn Lukas beim Training im Kletterzentrum St. Gallen. (Bild: David Scarano)

Thomas Achermann sichert seinen Sohn Lukas beim Training im Kletterzentrum St. Gallen. (Bild: David Scarano)

Es ist Donnerstagabend. Langsam füllt sich das Kletterzentrum in St. Gallen. Das Training beginnt um 18 Uhr. Zahlreiche Kinder sind schon früher da. Sie können es während des Anziehens ihrer Schuhe kaum erwarten, die Kletterwand zu besteigen. Trotz der Hektik vergisst keiner und keine Thomas Achermann zu grüssen. Der 38-Jährige ist Cheftrainer des SAC Regionalzentrums Sportklettern Nordostschweiz. Mit seiner Erfahrung und seinem Wissen unterstützt er zwölf Kinder auf dem Weg hoch hinaus. Zahlreiche seiner Schützlinge kämpfen schweizweit ganz weit vorne mit. «Bis dahin ist es ein weiter Weg», sagt Achermann. Am besten beginne man früh mit Klettern – im Alter von fünf Jahren. «Ich erkenne schnell, wie gut ein Kind geeignet ist, um Wettkämpfe zu bestreiten.»

Mit Freude, aber seriös

Wille, Freude und körperliche Voraussetzung: Das seien wichtige Anhaltspunkte für ihn. Die Freude will er auch bei den ambitionierten Kletterern und Kletterinnen erhalten. Herumgeblödelt wird bei ihm im Training nicht: «Die Frage der Sicherheit lässt das nicht zu. Ich will den Nachwuchs weiterbringen, da braucht es viel Konzentration – vor allem im Training.» Es komme deswegen auch zum einen oder anderen Appell an die Seriosität.

Thomas Achermann kennt das harte Training aus eigener Erfahrung. «Durch meinen Cousin habe ich im Teenageralter begonnen zu klettern. Ich betrieb auch Wettkampfklettern. Mein Höhepunkt war 2001, als ich den 15. Rang an der Weltmeisterschaft in Winterthur erreichte», erzählt er.

Trainingslager im Ausland

Heute hat Achermann das Diplom als Trainer Leistungssport Swiss Olympic; dieses ermöglicht ihm, all seine Kletterkenntnisse jungen Sportlern weiterzugeben. «Ich habe selber vieles beigebracht bekommen. Deswegen gebe ich jetzt auch meine Kenntnisse gerne weiter.» Und er sagt offen: Die Tätigkeit als Trainer sei eine Zusatzeinnahme, der Aufwand allerdings beträchtlich. Achermann ist im IT-Bereich an der Fachhochschule St. Gallen FHS tätig. Zum Vollzeitjob und zur Trainertätigkeit kommt noch die Planung von Trainingswochenenden hinzu. Diese finden meistens in Frankreich, Italien oder Österreich statt. «Es ist wichtig, dass die Kinder auch am Fels klettern und nicht nur in der Halle. Auch wenn die Wettkämpfe nur noch an der Kletterwand stattfinden.» Am Fels brauche es viel mehr Übersicht, dies sei im Wettkampf von Vorteil. «Es ist schade, dass die idealen Trainingsorte so weit weg sind», sagt der Vater von Lukas; sein Sohn ist ebenfalls im Kader.

Viel Adrenalin im Blut

Angst um seinen Sohn und seine Frau Andrea – sie klettert ebenfalls – hat er nicht. Die Sportart sei bei richtiger Ausführung nicht gefährlicher als andere. Da zudem der ganze Körper in Bewegung sei, sei Klettern «sehr gesund».

Was reizt Achermann am Klettern? «Das Adrenalin, das einem durch den Körper fliesst, ist ein herrliches Gefühl. Und es ist eine grosse Befriedigung, wenn du nach viel Training eine schwierige Route schaffst.»

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