CHEFSUCHE: Möglicher Tschirky-Abgang: Gaiserwald ist für alles gewappnet

Wie sucht man einen Gemeindepräsidenten, bevor man weiss, ob man wirklich einen braucht? Mit einer Findungskommission, die auf alle Eventualitäten vorbereitet ist. Alles hat sie aber nicht in der Hand.

Corinne Allenspach
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Wer sitzt künftig im Büro des Gaiserwalder Gemeindepräsidenten? Ob es weiter Boris Tschirky sein wird oder jemand anderes, entscheidet sich an den St. Galler Stadtratswahlen vom 26. November. (Bild: Claudio Heller)

Wer sitzt künftig im Büro des Gaiserwalder Gemeindepräsidenten? Ob es weiter Boris Tschirky sein wird oder jemand anderes, entscheidet sich an den St. Galler Stadtratswahlen vom 26. November. (Bild: Claudio Heller)

Corinne Allenspach

corinne.allenspach@tagblatt.ch

Auch wenn die Gaiserwalderinnen und Gaiserwalder nicht wahlberechtigt waren, so haben sie vergangenes Wochenende doch gespannt übers Sittertobel zum grossen Nachbarn geschielt. Dass es Boris Tschirky bei fünf Kandidaten im ersten Wahlgang in den St. Galler Stadtrat schaffen könnte, damit hat wohl kaum jemand gerechnet. Dennoch war man in Gaiserwald für alle Eventualitäten gewappnet. «Wir haben nicht geschlafen. Die Parteien sind gerüstet», sagt Michael Schwizer, Vizepräsident der FDP Gaiserwald.

Bereits kurz nachdem Boris Tschirky Ende Juni seine Kandidatur für den Stadtrat bekannt gegeben hatte, wurden die Parteien aktiv. Wie schon vor fünf Jahren bei Tschirkys Wahl zum Gemeindepräsidenten setzen die Gaiserwalder wieder auf eine überparteiliche Findungskommission. Ihr gehören alle Ortsparteien an: FDP, CVP, SVP, SP und GLP. Den Vorsitz übernimmt Michael Schwizer zusammen mit CVP-Ortsparteipräsident Martin Looser. Die Findungskommission habe sich bereits vor dem ersten Wahlgang einmal getroffen, sagt Schwizer. Dabei wurden der Terminablauf für eine allfällige Suche nach einem neuen Gemeindepräsidenten oder einer neuen Gemeindepräsidentin festgelegt, die Fristen für die Bewerbungen zusammengestellt und ein Inserat vorbereitet. «Wir hätten am Abend des 24. September nur auf den Knopf drücken und das Inserat abschicken können», sagt Schwizer.

4. März als Wahltermin ist unmöglich

Hätten, könnten, sollten. Trotz guter Vorbereitung können die Gaiserwalder im Moment nicht viel mehr machen als warten. «Wir gehen seit Wochen mit offenen Ohren und Augen durch die Gemeinde», sagt Michael Schwizer. Man habe auch schon mit verschiedenen Personen Gespräche geführt betreffend allfälliger Kandidatur. «Aber es ist noch nichts definitiv», sagt er. Denn solange nicht klar ist, ob Gaiserwald in Kürze tatsächlich einen neuen Gemeindepräsidenten suchen muss, bleibt alles nur eine Trockenübung.

Sicher ist: Sollte Tschirky Stadtrat werden, steht Gaiserwald eine monatelange Vakanz bevor. Wäre er im ersten Wahlgang vom 24. September gewählt worden, hätte die Gemeinde seinen Nachfolger oder seine Nachfolgerin am 4. März 2018 gewählt. Ein frühstmöglicher Amtsantritt wäre somit im Frühsommer gewesen. Nun verschiebt sich alles nach hinten. Wie weit, ist im Moment noch unklar. Denn der Gemeinderat, der den Wahltermin festlegt, tagt erst nach den Herbstferien das nächste Mal. Das einzige, was jetzt schon klar ist: Der 4. März wird als Wahltermin unmöglich sein. Denn der zweite Wahlgang für den St. Galler Stadtrat findet am 26. November statt. Da noch Weihnachten dazwischen fällt, bliebe den Parteien bis zum 4. März zu wenig Zeit, um gute Kandidaturen zu evaluieren. «Das geht nicht innerhalb von wenigen Wochen», heisst es seitens des Gaiserwalder Gemeinderats.

Knopf drücken oder Akte schliessen

Die Findungskommission wird sich indes in Kürze erneut treffen, um das weitere Vorgehen festzulegen. Und um beim Gemeinderat «einen sportlichen Zeitplan» einzufordern für die Festlegung des Wahltermins. Darüber hinaus heisst es aber weiterhin vor allem warten. Bis Michael Schwizer und Martin Looser am Abend des 26. November entweder den Knopf drücken – oder die «Mappe Gemeindepräsidentensuche» wieder schliessen können.