Chefs der öffentlichen Hand vom Tempo positiv gefordert

ST. GALLEN. Wie bleiben Politik und öffentliche Verwaltungen am Puls der Bevölkerung? Wie können sie mit dem Tempo der informations- und kommunikationstechnologischen Entwicklung Schritt halten? Diesen Fragen ging die sechste Ausgabe des Forums «Chefsache» der Verwaltungsrechenzentrum AG St.

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ST. GALLEN. Wie bleiben Politik und öffentliche Verwaltungen am Puls der Bevölkerung? Wie können sie mit dem Tempo der informations- und kommunikationstechnologischen Entwicklung Schritt halten? Diesen Fragen ging die sechste Ausgabe des Forums «Chefsache» der Verwaltungsrechenzentrum AG St. Gallen (VRSG) nach, zu dem sich 120 Führungskräfte und Behördenmitglieder von Gemeinden und Kantonen aus der Deutschschweiz in St. Gallen einfanden.

«In unserer Multioptionsgesellschaft sollten alle Dienstleistungen, die wir in Anspruch nehmen, am besten bereits erbracht sein, bevor wir sie bestellt haben», betonte Beat Tinner, Vizeverwaltungsratspräsident der VRSG. «Das gilt beim Einkaufen, im Geschäft mit einer Bank – vor allem aber bei Dienstleistungen, die wir nicht freiwillig in Anspruch nehmen, beispielsweise beim Ausfüllen der Steuererklärung.» Umso wichtiger ist es für die öffentliche Hand, das Potenzial der Informationstechnologie nutzen zu können.

Auch mal Tempo rausnehmen

So komplex diese Herausforderung, so unvergleichlich die Chancen, wie der deutsche IT-Unternehmer, Autor und Professor August-Wilhelm Scheer am Beispiel der Smart Cities und fahrerlosen Autos illustrierte. Er appellierte an die Verantwortungsträger, sich immer wieder zu hinterfragen: «Wer am Puls bleiben und im rasanten Wettbewerb der Innovation bestehen will, muss Tempo rausnehmen, um dann schneller zu werden.»

Mehr auf die inhaltliche Kraft, mit der die Politik den Puls der Bevölkerung treffen kann, fokussierte der St. Galler Kantonsratspräsident Paul Schlegel: «Viel zu oft verstecken sich Parlamentarier hinter Mehrheitsentscheiden. Sie verlieren viel Zeit mit ideologisch gefärbtem Hickhack um Details.» Er forderte mehr Mut: «Der Spielraum ist viel grösser, als manche denken. Wer zur richtigen Zeit mit der richtigen Idee kommt und sie leidenschaftlich vertritt, der kann etwas bewegen.»

Positive Grundhaltung

Im Unterschied zu Politik und Verwaltung muss Jolanda Neff «nicht beliebt sein, um Rennen gewinnen zu können». Trotzdem schätzt sie den Austausch mit ihren Fans, Sponsoren und Journalisten, und sie kommuniziert via Website, Facebook, Twitter, Instagram: «Wenn man wie ich mit Freude an etwas herangeht, dann erreicht man auch viel.»

Die positive Grundhaltung strich auch Peter Baumberger, Vorsitzender Geschäftsleitung VRSG, als Erfolgsfaktor hervor. Zugleich werde die Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und Verwaltung immer wichtiger. «Hier setzt die VRSG mit ihrer Verbundstrategie an. Wir bieten nicht einfach Einzellösungen, sondern umfassende, prozessorientierte Beratung und Unterstützung.» (red.)