«Chance für ein besseres Projekt»

Das gescheiterte Olma-Projekt für ein neues Hotel mit Kongresszentrum müsse nicht das Ende bedeuten, finden Stadtparlamentarier. Neue Ideen seien nun gefragt. Dazu will auch der Verein «Sankt Allen» beitragen.

David Gadze
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Parkplätze statt Schlafplätze: Neben dem Olma-Gelände wird kein neues Hochhaus mit Hotel gebaut. (Bild: Coralie Wenger)

Parkplätze statt Schlafplätze: Neben dem Olma-Gelände wird kein neues Hochhaus mit Hotel gebaut. (Bild: Coralie Wenger)

Das Olma-Kongresszentrum mit Hotel und Hochhaus ist vergangene Woche von den Tischen der Juristen in den Papierkorb gewandert. Zufrieden mit dem Entscheid des Verwaltungsgerichts zeigen sich naturgemäss die Einsprecher. «Wir sind froh, dass das Verwaltungsgericht zum gleichen Schluss gekommen ist wie wir, auch wenn es einzelne Punkte anders beurteilt hat», sagt Rechtsanwalt Titus Bossart, der die Einsprecher vertritt. Gerade bei der Frage, ob ein Hochhaus in jenem Areal gebaut werden dürfe, habe die Stadt recht bekommen. Betreffend Zonenkonformität und Schattenwurf sei das Verwaltungsgericht aber den Einsprechern gefolgt.

Weiteres Teil im Einheitsbrei

Wenig Bedauern über das Aus für den Olma-Turm äussern die Stadtparlamentarier «vom Fach». Aus städtebaulicher Sicht habe er sich ein Hochhaus gut vorstellen können, sagt Stefan Keller (FDP). «Aus architektonischer Sicht war die Fassade jedoch ein weiteres Element im Einheitsbrei, der in der Stadt in den vergangenen Jahren produziert wurde. Das Scheitern des Projekts sehe ich deshalb als Chance, eine neue und bessere Lösung zu finden.» Aus wirtschaftlicher Optik bedauere er jedoch den Entscheid des Verwaltungsgerichts, sagt Keller. «Ein Hotel wäre dort am richtigen Ort. Aber wenn das nicht dem Zonenplan entspricht, muss man diesen Entscheid akzeptieren.»

Ähnlich sieht das Daniel Stauffacher von der CVP. Es sei schade, wie viel Energie man hier verpufft habe, nur um wieder auf Feld eins zu landen – im Wissen, dass die Auslegung der Stadt zum Schattenwurf sehr umstritten gewesen sei. «Als Architekt bedauere ich nicht, dass das Projekt beerdigt werden muss, sehe es aber als verpasste Chance für den Kongressstandort und die Hotellerie.» Rein architektonisch habe der geplante Bau nicht die Qualität des Bundesgerichts erreicht.

Das ganze Gebiet entwickeln

Wichtig sei nun, das Projekt zu überdenken und eine Auslegeordnung für das ganze Areal vorzunehmen, sagt Stauffacher. «Wir neigen dazu, die Dinge sehr isoliert zu betrachten. Wenn man aber das ganze Gebiet bis St. Fiden anschaut, bietet sich nun die Chance, es städtebaulich zu entwickeln.»

Auch SP-Stadtparlamentarierin Doris Königer findet, der Entscheid des Verwaltungsgerichts biete nun die Möglichkeit zu überlegen, wie sich die Olma weiterentwickeln wolle. Ein Hotel habe im Areal um den Bahnhof St. Fiden bessere Chancen. Städtebaulich sei es aber nachvollziehbar, an jenem Ort ein Hochhaus bauen zu wollen. «Der Olma-Turm an sich hätte als Bestandteil in einer Reihe anderer hoher Gebäude funktionieren können, als einzelnes Hochhaus wies er jedoch schlicht zu wenig architektonische Qualität auf», sagt Königer.

In die gleiche Kerbe schlägt auch Bauingenieur Heini Seger (SVP). Es sei zwar schade, dass man so viel Geld und Zeit verloren habe. «Ich hätte mir aber ohnehin etwas Schöneres gewünscht, einen Leuchtturm für die Stadt und die Olma.» Jetzt gelte es, das ganze Gelände so zu gestalten, dass es künftig mehr Möglichkeiten biete und auch architektonisch zu einem «Magnet» werde. «Eine gestalterische Aufwertung würde auch neue Gäste bringen.» Das Motto dürfe jedoch nicht «je höher, desto besser» lauten, sondern «je schöner, desto besser.»