Caritas kündigt vier Mitarbeitern

Die Caritas St.Gallen-Appenzell ist nach finanziellen Schwierigkeiten saniert und gibt sich eine neue Strategie, um künftige Defizite zu verhindern. Vier Mitarbeiter werden entlassen. Es kommt zu einer Kooperation mit der Dock AG, der ehemaligen Stiftung für Arbeit.

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Eingang von Caritas an der Zürcherstrasse 45 in St.Gallen. (Bild: Urs Bucher)

Eingang von Caritas an der Zürcherstrasse 45 in St.Gallen. (Bild: Urs Bucher)

2013 war die Caritas St.Gallen-Appenzell in grosse finanzielle Schwierigkeiten geraten. Als Grund wurden Sparmassnahmen von Kanton und Gemeinden genannt, die sich negativ auf die Einnahmen aus den Arbeitsintegrationsprogrammen ausgewirkt hätten: Der Caritas seien immer weniger Leute zugewiesen worden.

Pro Jahr sei so ein Defizit von 400'000 Franken entstanden, das schliesslich auf 1,2 Mio. Franken angelaufen sei, sagte Josef Fässler, Präsident Verein Caritas St.Gallen-Appenzell, an der Medienorientierung am Dienstag.

Sanierung geglückt

Die Finanzprobleme hatten verschiedene Massnahmen zur Folge: Die Caritas St.Gallen-Appenzell ging mit Caritas Schweiz einen Verbund ein. Für die Sanierung kam interimistisch ein neuer Geschäftsleiter. Das Katholische Kollegium des Bistums St. Gallen sprach im Juni 2014 1,2 Mio. Franken für die Sanierung.

Damit sei die Sanierung innert eines Jahres geglückt, Ende Jahr werde man eine schwarze Null ausweisen können, sagte Fässler.

Mit einem Strategiewechsel sollen nun weitere Defizite verhindert werden. Bei den gewerblichen Betrieben der Caritas - Rebau-Service, Rebau-Markt, Liegenschaften-Service - kommt es zu einer Kooperation mit der Sozialfirma Dock AG, die 1997 in St. Gallen unter dem Namen Stiftung für Arbeit gegründet worden war und mittlerweile an zehn Standorten 1400 Personen beschäftigt. Die Angebote bleiben damit erhalten.

Vier Kündigungen

Wegen der Umstrukturierung fallen bei der Caritas 3,7 Stellen weg, vier Mitarbeitern muss gekündigt werden. Die Integration von anerkannten Flüchtlingen und von jungen Erwachsenen in den Arbeitsmarkt, für die es ein Coaching brauche, werde beibehalten, sagte Caritas-Geschäftsleiter Thomas Studer. Mit der neuen Strategie reagiere man auf die schwierigen Rahmenbedingungen: Die Gemeinden gäben den Spardruck weiter und seien immer weniger solidarisch.

Der Kooperationsvertrag wurde im September unterzeichnet: "Wir schliessen einen Betrieb in Gossau und zügeln nach St. Gallen", beschrieb Daniela Merz, Geschäftsleiterin der Dock AG, die unmittelbaren Auswirkungen. Mit der Zusammenarbeit zwischen Dock AG und Caritas betrete man Neuland, stellte sie fest.

Nach dem Abschluss der Sanierung kommt es bei der Caritas St. Gallen-Appenzell zu einem Wechsel in der Leitung. Für Thomas Studer, dessen Aufgabe nach rund einem Jahr erledigt ist, übernimmt auf 2015 Philipp Holderegger die Geschäftsleitung. (sda)

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