Cameron Diaz hüllt sich in St.Galler Stickerei

ST.GALLEN. Stella McCartney, Prada, Valentino oder auch Akris – die Frau von Welt trägt gerne bekannte Modedesigner. Was die wenigsten wissen: Der Stoff, der vielen Kleidern das gewisse Etwas verleiht, stammt oft aus St.Galler Hand.

Alexandra Pavlovic
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Ein Original des Stoffmusters von Bischoff Textil AG, dass das Modehaus Valentino für seine Kreationen verwendet hat. (Bild: Bischoff Textil AG)

Ein Original des Stoffmusters von Bischoff Textil AG, dass das Modehaus Valentino für seine Kreationen verwendet hat. (Bild: Bischoff Textil AG)

Stickereikunst in Grün ziert den Körper der bekannten US-Schauspielerin Cameron Diaz. Auf einem Bild, das derzeit in den sozialen Netzwerken kursiert, blickt der Hollywoodstar der Kamera in einem Valentino-Kleid entgegen. Die Stickerei stammt aber nicht etwa vom italienischen Modehaus selbst, sondern wurde vom bekannten St.Galler Unternehmen Bischoff Textil AG entworfen. Erfreut ob solch positiver Werbung ist auch der Geschäftsführer Thomas Meyer. "Derartige Bilder sind die beste Botschaft für uns", sagt Meyer. Es zeige, dass die Qualität ihrer Arbeit geschätzt werde. Zwar trete das Unternehmen nur über die Entwürfe der Modedesigner in Erscheinung, aber jedes publizierte Bild – ob im Internet, in der Presse oder im Fernsehen – sei Eins-A-Werbung für Bischoff Textil.

Ein Original des Stoffmusters von Bischoff Textil AG, dass das Modehaus Valentino für seine Kreationen verwendet hat. (Bild: Bischoff Textil AG)

Ein Original des Stoffmusters von Bischoff Textil AG, dass das Modehaus Valentino für seine Kreationen verwendet hat. (Bild: Bischoff Textil AG)

Wann und zu welchem Anlass das Bild von Cameron Diaz aufgenommen wurde, weiss Meyer nicht. "Es ist aber ein Modell aus einer älteren Kollektion, die aus dem Jahr 2013 stammt." Oft ist es so, dass das St.Galler Textilunternehmen erst im Nachhinein erfährt, ob eine Berühmtheit ihren Stoff trägt. "Wir sind ja nur die Zulieferer der Stoffe", sagt Meyer weiter. Es sei im Vornherein schwierig zu wissen, was die Modehäuser damit im Endeffekt produzieren oder wer ihre Stoffdesigns zu welchem Anlass trage. "Uns ist wichtig, dass wir die Design-Wünsche unserer Kunden, sprich der Modehäuser, erfüllen und ihnen bestmögliche Stoff- wie auch Stickereiqualität liefern."

4000 Franken für ein Kleid
Und Qualität hat bekanntlich ihren Preis: Meyer schätzt den Wert des grünen Valentino Kleides auf mindestens 4000 Franken. "Den Preis, den wir für unsere gelieferten Stoffmeter erhalten, ist aber längst nicht so hoch." Manchmal sei es schon ein wenig frustrierend, dass die Designer den Profit ihrer Entwürfe in die Höhe schrauben, selbst aber deutlich weniger für den Stoff zahlen. "Aber so tickt die Branche. Das ist für uns Alltag."

Inspirationen aus Museen und Ausstellungen
Nichtsdestotrotz pflegt das Unternehmen gute Beziehungen zu den bekannten Modehäusern. Die Zusammenarbeit kommt nicht von ungefähr. "Seit Jahren bemühen sich unsere Designer den Kunden stets innovative Muster anzubieten", sagt der Geschäftsführer. Dafür seien sie stets auf Achse. Inspirationen für ihre Designs holt sich das Team aus dem Alltag, in Museen oder Ausstellungen.

"Wir gehen aber auch immer auf die Wünsche der Kunden ein", so Meyer. Denn: Jedes Modehaus trage eine andere Handschrift. Nicht alle Entwürfe passen zum entsprechenden Unternehmen. So kann es manchmal vorkommen, dass Bischoff Textil AG einen Auftrag erhält, der über Nacht oder am Wochenende ausgeführt werden muss, weil ein Kunde den Wunsch hat, ein bestimmtes Stoffmuster in veränderter Form umgehend zu erhalten. "Diesem kommen wir umgehend entgegen. Für die Mitarbeiter heisst es dann halt Überstunden schieben.

Motivationsspritze für die Angestellten
Der Geschäftsführer schätzt es daher umso mehr, dass die Mitarbeiter gerade auch für solche Aufträge bestmögliche Arbeit abliefern. "Werden Bilder unserer Stoffe oder Stickereien in irgendeiner Form publiziert, so kommunizieren wir das immer intern weiter." Die Mitarbeiter sollen sehen, welch gute Arbeit sie geleistet haben." Zusätzlich soll es auch eine kleine Motivationsspritze für sie sein.

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