Butter, Öle, Lippensalbe

Die Heizungsluft bereitet vielen Menschen Probleme. Sie trocknet die Haut aus und verursacht spröde Lippen. Damit das nicht passiert, stellen Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Ferienspasses am See ihre eigene Lippensalbe her.

Valentin Schneeberger
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Vorsichtig füllt die Schülerin die Salbe in die Döschen. (Bild: Valentin Schneeberger)

Vorsichtig füllt die Schülerin die Salbe in die Döschen. (Bild: Valentin Schneeberger)

GOLDACH. Kaum ist es draussen etwas kälter geworden, laufen in vielen Haushalten die Heizungen bereits auf Hochtouren. Für Menschen mit sensibler Haut wird die trockene Heizungsluft schnell zur Qual: Die Lippen platzen auf. Abhilfe schafft oft eine Feuchtigkeit spendende Lippensalbe. Wer hätte gedacht, dass sich diese mit wenigen Zutaten selbst herstellen lässt?

Lernende leiten Kurs

Ein bisschen Butter, Sonnenblumenöl, etwas Bienenwachs, und Melissenöl: Die neun Schülerinnen und Schüler aus der Region kennen die Zutaten, die es für eine Lippensalbe braucht. Einzig von Paraffin haben sie bis heute noch nie etwas gehört. «Paraffin wird aus Erdöl gewonnen und ist Bestandteil von vielen Salben», sagt Irina Walt. Sie steht im vierten Lehrjahr als Drogistin in der Drogerie Amhof in Goldach. Anstatt Kunden zu bedienen, zeigt sie heute jungen Kursteilnehmern, wie eine Salbe hergestellt wird. Hilfe bekommt sie von Selina Hess, die soeben das zweite Lehrjahr begonnen hat. In den Jahren zuvor hatte jeweils die Chefin Manuela Amhof den Kurs selbst geleitet, sie geniesst gegenwärtig Ferientage.

Erhitzen und umrühren

Die zwei jungen Frauen meistern die Kursleitung mit Bravour. Zu allen Zutaten erhalten die Kinder interessante Informationen vermittelt. «Das Melissenöl sorgt dafür, dass die Salbe gut duftet», sagt Irina Walt. Die Kinder reichen sich die kleine Falsche mit dem Öl und schnuppern daran. «Das riecht aber fein», heisst es dann.

Das Bienenwachs und das Paraffin werden zusammen im Wasserbad geschmolzen. Anschliessend kommt die eingesottene Butter hinzu. Fasziniert beobachten die Kinder, wie sich die Butter langsam auflöst. Damit es etwas schneller geht, dürfen alle beim Umrühren helfen. Nun wird das Sonnenblumenöl hinzugegeben. Der Temperaturunterschied der Flüssigkeiten sorgt dafür, dass sich die Masse wieder verfestigt. «Wow, was ist denn jetzt passiert?», fragt eines der Kinder. Das Ganze wird noch einmal kurz erhitzt, dann kommt das Melissenöl dazu.

Ein Problem weniger

Jedes Kind darf seine Döschen selber abfüllen. Für jedes Kind gibt es drei. Und während die Flüssigkeit wieder langsam zu einer festen Masse erstarrt, gestalten die Mädchen und Buben ihre eigenen Etiketten, die sie dann vorsichtig auf die Döschen kleben. Dann ist dieser Ferienspass vorbei. Die Eltern werden Freude haben: Diesen Winter gibt's zu Hause keine trockenen Lippen.

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