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BUSVERKEHR: Polizei stoppt Fernbusse

Ab Ende März verkehren Fernbusse auf der Linie St. Gallen-Genf. Um Gossau machen sie einen Bogen. Die Kantonspolizei legte ein Veto gegen die geplante Haltestelle ein. Damit will sich der Betreiber nicht abfinden.
Noemi Heule, Hans Suter
Kein Platz für Fernbusse: Kanton und Stadt lehnten den Gossauer Bahnhof als Haltestelle ab. Dort seien die Kapazitäten bereits ausgereizt, begründen sie den Entscheid. Auch die Stadtbühlstrasse sei nicht geeignet, sagt die Kantonspolizei. (Bild: Benjamin Manser (Februar 2015))

Kein Platz für Fernbusse: Kanton und Stadt lehnten den Gossauer Bahnhof als Haltestelle ab. Dort seien die Kapazitäten bereits ausgereizt, begründen sie den Entscheid. Auch die Stadtbühlstrasse sei nicht geeignet, sagt die Kantonspolizei. (Bild: Benjamin Manser (Februar 2015))

Noemi Heule, Hans Suter

redaktiongo

@tagblatt.ch

Der Wirbel war gross: Viel schneller als erwartet hat der Bundesrat beschlossen, in einer bis 2020 befristeten Testphase nationale Fernbuslinien zuzulassen. Domo-Reisen hat als einziges Unternehmen eine Konzession erhalten. Ab 25. März können die drei beantragten Linien bedient werden, darunter St. Gallen-Genf. Domo-Reisen könnte täglich bis zu 600 Passagiere befördern. Zum Vergleich: Bei den SBB sind es mehr als 1,2 Millionen. Dennoch ist die Aufregung gross. Das bisherige Monopol bekommt Risse, und das gefällt nicht allen.

Die Hürden sind auch auf lokaler Ebene grösser als erwartet, wie Domo-Linienbus-Chef Patrick Angehrn feststellen musste. So wurden die Haltestellen in Wil, Gossau und Sargans aus unterschiedlichen Gründen nicht oder noch nicht bewilligt. Eine rasche Lösung ist laut Angehrn nicht in Sicht.

Keine Kapazität und Sicherheitsbedenken

In Gossau hätten die Fernbusse der Linie St. Gallen-Genf die Bushaltestelle am Bahnhof anpeilen sollen. Dort, wo momentan auch Postautos und Regiobusse Passagiere ein- und ausladen. Sowohl die Stadt als auch das Amt für öffentlichen Verkehr äusserten Bedenken. Am Bahnhof seien die Kapazitäten bereits ausgereizt.

Im Dezember wartete der Betreiber mit einer Alternative auf: Die Busse sollten an der Stadtbühlstrasse in kurzer Gehdistanz zum Bahnhof Halt machen. Die Stadt Gossau erklärte sich einverstanden; die Kantonspolizei legte ihr Veto ein. Aus Sicherheitsgründen, wie es hiess. Mit derselben Begründung wurde auch eine Haltestelle in Sargans abgelehnt.

Nun wird nach einer weiteren Alternative gesucht, wie Florian Jud vom kantonalen Amt für öffentlichen Verkehr auf Anfrage sagt. Es seien Gespräche mit der Stadt, Polizei und Betreibern geplant. Noch sei allerdings offen, wo sich mögliche Standorte befinden. Offen sei ebenfalls, ab wann die Fernbusse tatsächlich in Gossau halten könnten. Sicher ist: Von heute auf morgen geht es nicht. Für den Halt in Gossau bräuchte «Domo Reisen» eine Konzessionsänderung. Und auch der Fahrplan müsste geändert werden.

Betreiber fühlt sich ausgebremst

Patrick Angehrn von Domo-Reisen erkennt nach eigenen Angaben bislang kein Engagement von Seiten des Kantons. Gesprächstermine seien noch nicht fixiert, sagt er auf Anfrage. Auch von alternativen Standorten will er nichts wissen. Domo-Reisen wolle am Standort Stadtbühlstrasse festhalten, sagt er. Schliesslich sei dieser – für Betreiber und Kunden perfekte Ort – von der Stadt abgesegnet worden.

Mit dem neuen Busbahnhof sollte das Problem ohnehin gelöst sein. Dann können sich die Fernbusse die Haltestelle mit Postautos und Regiobussen teilen. Statt wie bisher vier, soll der Platz neu acht Haltekanten umfassen. Doch auch auf den neuen Busbahnhof müssen die Gossauerinnen und Gossauer weiter warten. Ursprünglich sollte im Frühling 2018 mit dem Bau begonnen werden. Zwei Einsprachen verzögern den Baustart allerdings auf unbestimmte Zeit. Wie Urs Salzmann, Kommunikationsbeauftragter der Stadt Gossau, Anfang Februar gegenüber dieser Zeitung sagte, ist nur eines klar: In diesem Jahr wird definitiv noch nicht gebaut.

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