BUSSEN-ÄRGER: Auto im Aus gibt die gelbe Karte

Bei Heimspielen des SC Brühl parkieren Besucher immer wieder ausserhalb der markierten Parkfelder und kassieren eine Busse. Um das Problem zu entschärfen, ergreift der Verein neue Massnahmen.

Elisabeth Reisp
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Die Plätze direkt vor dem Stadion sind begehrt. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die Plätze direkt vor dem Stadion sind begehrt. (Bild: Hanspeter Schiess)

Elisabeth Reisp

elisabeth.reisp

@tagblatt.ch

Niemand mag Bussenzettel hinter dem Scheibenwischer. Doch wer nicht in einem markierten Feld parkiert oder die erlaubte Parkzeit überschreitet, muss mit einem Gruss der Stadtpolizei St. Gallen rechnen. Eigentlich eine Binsenwahrheit und doch ist der Ärger jedes Mal aufs Neue gross. Wie beim Spiel des SC Brühl gegen die U21-Mannschaft des FC Zürich vor zwei Wochen. 20 Bussenzettel hat die Stadtpolizei gemäss Mediensprecher Dionys Widmer an jenem Abend rund um das Paul-Grüninger-Stadion verteilt. Die Kritik von Fans folgte auf den Fuss.

«Es hat eigentlich genug Parkplätze»

Die Stadtpolizei büsse nicht aus Bosheit, relativiert Dionys Widmer. Doch die Sicherheit gehe vor. Bei Anlässen mit viel Publikum sei eine übersichtliche Verkehrssituation besonders wichtig. Verstellten Autos die Sicht oder Zufahrten, sei diese nicht mehr gewährt. Wenn möglich rücke die Stadtpolizei im Vorfeld aus, um die Autofahrer umzuleiten, damit sie ihre Fahrzeuge nicht irgendwo abstellen. Aber nicht immer stehe dafür das notwendige Personal zur Verfügung, sagt Widmer.

Beim SC Brühl ist man sich der Bussen-Situation bewusst. Ruedi De Toffol, der beim Klub für den Spielbetrieb verantwortlich ist, wiegelt aber ab. «Die Situation muss sich verbessern, aber es hat genug Parkplätze zur Verfügung, auf denen man länger als zwei Stunden parkieren darf», sagt er und ergänzt: «Man muss aber eben ein Ticket lösen, das lange genug gültig ist.» Oft seien zudem die Spiele erst abends angesetzt. Je nach Ankunftszeit müsse man nur noch wenig bis gar nichts mehr bezahlen, ab 19 Uhr sei das Parkieren gratis.

Als Verein, der in der 1. Promotion League spielt, wird der SC Brühl auch nicht unbedingt von Zuschauerströmen überrollt. «Bei normalen Spielen haben wir 500 bis 600 Zuschauer. Bei spezielleren Spielen sind es vielleicht 800 Zuschauer», sagt De Toffol. Die meisten kommen zu Fuss oder mit dem ÖV ins Stadion. «Das Quartier wird nicht wirklich zugestellt.» Ein viel grösseres «Puff» herrsche jeweils am Mittwochnachmittag, wenn die Junioren trainierten. Fast alle würden von den Eltern mit dem Auto ins Training gefahren. «Das Problem kennt man auch bei Schulhäusern.»

Nichtsdestotrotz nehmen der Verein und die Stadtpolizei die Reklamationen ernst. Gestern Nachmittag haben sie sich zu einer Begehung rund um das Stadion getroffen und Massnahmen geplant.

Ab Samstag helfen Kadetten

«In Zukunft werden wir Verkehrskadetten aufbieten, die Parkplatzsuchende auf freie Plätze leiten», sagt De Toffol. Oft werde unerlaubterweise auf dem für Camper reservierten Platz parkiert. Ebenso auf den Platz gegenüber dem Stadion. Mit Pylonen und Signalisationstafeln soll das Parkieren dort verhindert und der Verkehr umgeleitet werden. «Wir haben an Abendspielen die Möglichkeit die Plätze der Firma Forster Rohner an der Flurhofstrasse zu nutzen, und auch beim Schwimmbad Blumenwies hat es genug Parkplätze», sagt De Toffol.

Für den Verein seien die Kadetten und die Signalisation zwar mit Kosten verbunden, diese halten sich aber im Rahmen. Der Verein sei sich seiner Verantwortung bewusst und handle nach bestem Wissen und Gewissen, sagt De Toffol. «Wer aber trotz Signalisation und Verbotsschildern falsch parkiert, ist selber schuld, wenn es eine Busse gibt.»

Für das heutige Heimspiel gegen den SC Cham können gemäss De Toffol keine Kadetten mehr aufgeboten werden, dafür reiche die Zeit nicht. Ab Samstag sollten die geplanten Massnahmen aber greifen.