Bus doch nur für Asylbewerber?

Den Bus, der Asylbewerber nach Rorschach bringt, für alle Einwohner öffnen als öffentliche Linie Eggersriet–Rorschach: Gegen diesen Antrag stellt sich das kantonale Migrationsamt. Das Amt für öffentlichen Verkehr verhandelt jedoch weiter.

Fritz Bichsel
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Umstrittener Antrag: Der Bus, der Asylsuchende nach Rorschach und zurück ins Zentrum Landegg bringt, soll der ganzen Bevölkerung dienen. (Bild: Stephanie Sonderegger)

Umstrittener Antrag: Der Bus, der Asylsuchende nach Rorschach und zurück ins Zentrum Landegg bringt, soll der ganzen Bevölkerung dienen. (Bild: Stephanie Sonderegger)

EGGERSRIET/RORSCHACH. Asylsuchende vom Zentrum in Wienacht haben einen Bus zum Hauptbahnhof Rorschach. Dieser sollte allen Einwohnern dienen, sagte sich Eggersriets Gemeindepräsident Roger Hochreutener. Das verbessere auch die schlechte Anbindung von Grub SG an den öV. 2014 beantragte die Gemeinde eine Linie Eggersriet–Grub–Wienacht–Rorschacherberg–Rorschach. Oder bis Tübach, wo der Bus nach Goldach wegfiel. Das ist aber fahrplantechnisch unmöglich.

Vor gut einer Woche berichtete Roger Hochreutener auf Anfrage des Tagblatts, die Idee sei im Volkswirtschaftsdepartement gut aufgenommen worden, ein Entscheid des für das Asylzentrum zuständigen Migrationsamtes stehe aber noch aus. Darauf sickerte durch, das Amt für Migration stelle sich gegen die Öffnung der Asylbusse für die ganze Bevölkerung. Dieses Amt hatte von Beginn an Bedenken. Die Asylbusse wurden eingeführt wegen Belästigungen und Sachbeschädigungen durch Asylbewerber in der Bahn Heiden–Rorschach. Inzwischen gibt es weit weniger Probleme. Der Eggersrieter Gemeindepräsident lässt deshalb Sicherheitsbedenken nicht gelten. Alle anderen Asylzentren im Kanton benützten den öffentlichen Verkehr.

«Mindestens versuchen»

Roger Hochreutener drängt darauf, dass dieses Jahr Verbesserungen im öV für Grub SG verwirklicht werden, und sieht weiterhin die Buslinie bis Rorschach als dauerhafte Lösung. Ohne Zustimmung des Migrationsamtes ist diese kaum denkbar, denn sie soll grösstenteils finanziert werden mit dem Geld für die Asylbusse. Der Leiter des kantonalen Amtes für öffentlichen Verkehr im Volkswirtschaftsdepartement, Patrick Ruggli, sagt, es sei noch nichts entschieden. Er bestätigt, dass sein Amt eine öffentliche Linie anstelle der Asylbusse befürwortete. Nun werde nochmals verhandelt mit dem Migrationsamt und der Gemeinde. Danach geht diese Frage mit weiteren Vorschlägen zu Fahrplänen in die Vernehmlassung.

Eggersriet wird sich dafür einsetzen, dass mit dem Geld für Asylbusse mindestens ein Versuchsbetrieb finanziert wird. Die beantragte Buslinie würde auch ermöglichen, dass Oberstufenschüler besonders aus Grub SG die Schule nahe in Rorschacherberg statt in St. Gallen besuchen können. Der Gemeinderat Rorschacherberg befürwortet die beantragte Buslinie. Gemeindepräsident Beat Hirs zeigt sich sehr offen für die Aufnahme von Schülern aus Eggersriet-Grub. Es gebe aber noch nichts Konkretes, weil das abhängig sei von einem Ja zur Buslinie.

Noch weitere Fragen offen

Für deren Verlauf zum Hauptbahnhof Rorschach gebe es noch Varianten: weiter auf der Heidenerstrasse – womit die ausgedünnte Verbindung zum Spital Rorschach wieder dichter würde – oder länger durch Rorschacherberg über die Seeburg.

Die Stadt Rorschach nahm bisher nicht Stellung. Stadtschreiber Bruno Seelos sagt, sie selber habe keinen Bedarf für weitere Buskurse. Solche würden ihr lediglich Kosten bringen.

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