Buonopane mit buona disziplina

Der FC Rorschach sichert sich in der 2. Liga regional mit dem 0:0 gegen Leader Uzwil einen Punkt. Basis für diesen Erfolg ist die Disziplin. Verteidiger Antonio Buonopane erachtet das Resultat als korrekt.

Beni Bruggmann
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Aus dem stürmischen Antonio ist der besonnene Toni geworden: Rorschachs Antonio Buonopane (Mitte) gegen Uzwils Donat Egger. (Bild: Michel Canonica)

Aus dem stürmischen Antonio ist der besonnene Toni geworden: Rorschachs Antonio Buonopane (Mitte) gegen Uzwils Donat Egger. (Bild: Michel Canonica)

FUSSBALL. «Ich heisse Toni», sagt er zur Begrüssung. Antonio Buonopane, der 29jährige Verteidiger des FC Rorschach, ledig, Italiener, in der Schweiz geboren, spricht drei Sprachen: italienisch wie sein Vater, spanisch wie seine Mutter, und deutsch, weil er in Rorschach aufgewachsen und zur Schule gegangen ist. Heute arbeitet er als Polymechaniker. Hier am See hat er mit acht Jahren mit dem Fussballspiel begonnen. Toni, das tönt schweizerisch, währschaft, bodenständig. Genau so spielt er heute in der Abwehr von Rorschach: gradlinig, schnörkellos, einfach.

Antonio tönt fröhlicher, leichter, unbeschwerter. So hat er früher gespielt: «Ich ging unbekümmert drauflos, manchmal etwas gar temperamentvoll, oft auch unkontrolliert.» Fairness interessierte ihn nicht. Die Folgen musste er tragen: «Ich wurde immer wieder verwarnt und oft vom Platz gestellt.» Buonopane – male disziplina. Diese Zeit ist vorbei. Oder anders gesagt: Aus dem stürmischen Antonio ist der besonnene Toni geworden.

Im Fairplay-Wettbewerb vorne

Buonopane hat in dieser Saison bis auf eines – gegen Herisau war er krank – alle Spiele von Anfang an bestritten, gehört also zur Stammelf. In diesen zwölf Spielen wurde er nicht ein einziges Mal verwarnt. Für einen Verteidiger ist das ein ausgezeichneter Wert. Seit zwei Jahren ist er ein anderer: «Früher habe ich die Situationen oft falsch eingeschätzt, habe zu viel riskiert.» Und er fügt an, dass er reifer geworden sei. Also mit 27 Jahren endlich als Fussballer erwachsen? Er sagt nichts zu dieser Bemerkung, schmunzelt aber, was man auch als Zustimmung werten kann. Buonopane ist als «Mann ohne Verwarnung» in bester Gesellschaft: Der FC Rorschach liegt in der Fairness-Rangliste zusammen mit Goldach an der Spitze.

Aus der Abwehr heraus

In diesem umkämpften Spiel gegen den Leader geht es korrekt zu und her. Uzwil hat mehr Spielanteile und durch David Levi zu Beginn der zweiten Halbzeit die beste Torchance des Spiels, doch Rorschach hält diszipliniert dagegen. Rorschach – buona disziplina. Die sichere Abwehr ist die Basis. «Hinten warten und aufmerksam sein», charakterisiert Buonopane die Taktik, «und dann schnell kontern.» Dies gelingt mehrmals ausgezeichnet. Aber Sturmspitze Jan Acklin hat im Abschluss kein Glück. So bleibt es beim 0:0. «Das ist genau das richtige Resultat für dieses Spiel», findet Buonopane.

Ein Schreckmoment

In der Regel spielt er als rechter Aussenverteidiger. Diesmal stellt ihn der Trainer als Innenverteidiger auf. In dieser Rolle spürt man ihm eine gewisse Unsicherheit an. Aber in Patrice Baumann, dem Abwehrchef, der zwar fünf Jahre jünger, aber erfahrener ist, hat er eine Stütze. Offensiv allerdings gibt Buonopane keine Impulse.

Nach knapp zehn Minuten foult er seinen Gegenspieler heftig. Es geschieht eher aus Unbeholfenheit als mit Absicht. Der Schiedsrichter kommt rassig auf den Spieler zu. Eine Verwarnung wäre vertretbar, aber es folgt nur eine Ermahnung. Diese nimmt Toni kopfnickend entgegen. Er ist nicht mehr der aufbrausende Antonio.

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