Bundesvorlagen als Zugpferde

Über eine kommunale und drei eidgenössische Vorlagen entscheidet das Stadtsanktgaller Stimmvolk am nächsten Wochenende. Die Stadt rechnet mit einer Stimmbeteiligung zwischen 42 und 45 Prozent.

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Zwischen Kinok-Plakat und Ständer mit Prospekten: Der Briefkasten direkt links neben dem Eingang des St. Galler Rathauses. (Bild: Reto Voneschen)

Zwischen Kinok-Plakat und Ständer mit Prospekten: Der Briefkasten direkt links neben dem Eingang des St. Galler Rathauses. (Bild: Reto Voneschen)

Bis gestern mittag haben 26,4 Prozent der städtischen Stimmberechtigten von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, brieflich zu stimmen. 11 848 Couverts für den Urnengang vom 22. September sind bis zu diesem Zeitpunkt bei der Stadtkanzlei eingegangen. Fast nochmals so viele dürften bis Sonntag, 12 Uhr, folgen.

Etwa ein Prozent tiefer?

Stephan Wenger, Sekretär des städtischen Stimmbüros, rechnet für den 22. September mit einer leicht tieferen Stimmbeteiligung als am 3. März (45,3 Prozent) und 9. Juni (45,4 Prozent). Darauf deute der Vergleich der Zahlen dieser Urnengänge und der aktuellen Abstimmung hin. Rein rechnerisch müsste laut Wenger am Wochenende eine Stimmbeteiligung von 43,4 Prozent resultieren. Womit man als Erfahrungswert «mit gutem Gewissen» prophezeien könne, dass die Stimmbeteiligung in der Stadt am Sonntag zwischen 42 und 45 Prozent liegen und damit vielleicht um ein Prozent tiefer sein dürfte als im Frühling und im Sommer.

Lokale Vorlage unbestritten

Während im letzten Juni die kommunalen Vorlagen zum Bahnhofplatz und zur VBSG-Ausgliederung das Stimmvolk kräftig mobilisiert haben dürften, war die Situation im März ähnlich wie jetzt: Die Modernisierung der Kehrichtverbrennungsanlage war damals genau so unbestritten wie jetzt die Verselbständigung der Pensionskasse der städtischen Angestellten. Im März sorgten wie jetzt wieder die eidgenössischen Vorlagen für Zulauf. Am 3. März waren das die Abzocker-Initiative und das neue Raumplanungsgesetz, am kommenden Wochenende sind es die Abschaffung der Wehrpflicht, das Epidemiegesetz und die Ausnahmeregelung im Arbeitsgesetz für gewisse Tankstellenshops.

Post: Auf letzte Leerung achten

Wer in der Stadt seine Stimme fürs nächste Wochenende noch abgeben will, kann dies per Post bis und mit Freitag tun. Allerdings: Das Couvert muss vor der letzten Leerung des Postbriefkastens darin liegen, sonst wird es am Samstag nicht mehr zugestellt und entsprechend auch nicht mehr mitgezählt.

Eine andere Möglichkeit ist, das Stimmcouvert in den Briefkasten neben dem Haupteingang zum Rathaus zu werfen. Letzte Leerung ist hier am Sonntag, 12 Uhr. Und natürlich ist am Sonntag, 10 bis 12 Uhr, im Rathaus die Abstimmungsurne für alle jene geöffnet, die ihre Stimmen nach alter Väter Sitte direkt abgeben wollen. (vre)