BUNDESSTRAFGERICHT: Kanton St.Gallen muss Hanfplantagen-Fall untersuchen

Die Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen wollte die Untersuchung eines «Hanfbauern«-Falles an den Kanton Zürich abschieben. Dieser hat abgewunken und das Bundesstrafgericht hat ihm Recht gegeben: Die Sache bleibt an den Ostschweizern hängen, auch wenn das Marihuana in Zürich verkauft wurde.

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30 Kilo Hanf wurde in Zürich verkauft. (Bild: Keystone/Archiv)

30 Kilo Hanf wurde in Zürich verkauft. (Bild: Keystone/Archiv)

120 Kilogramm Marihuana ernteten drei Personen zwischen Frühling 2014 und Ende Januar 2015 auf ihrer grossen Hanfplantage im Kanton St.Gallen. 30 Kilogramm davon kaufte ein Stadtzürcher, der die Ware in seiner Wohnung an den Mann und die Frau brachte.

Damit machte er einen Umsatz von rund 100'000 Franken. Pro Kilogramm Marihuana «erwirtschaftete» er einen Gewinn von 200 Franken.

Zwei der drei Hanfbauern stellte der Zürcher überdies seinen Keller zur Verfügung, damit sie dort selbst Marihuana lagern konnten. Verkaufen konnten sie es in seiner Wohnung, wo die Geschäfte abgewickelt wurden.
Nachdem die St.Galler Plantage im Februar 2015 von der Polizei ausgehoben worden war, liess der Stadtzürcher von drei weiteren Personen eine neue Anlage im Kanton Schwyz einrichten.

Doch welcher Kanton sollte nun in der Sache ermitteln, bei so vielen Beteiligten und Tatbegehungsorten? Die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts kommt nach der Prüfung, wo zuerst ermittelt wurde, wer die Tat mit der schwersten Strafe beging und wo sich alles abspielte, zum Schluss: Der Kanton St.Gallen.

Mit zum Untersuchungspaket schlägt das Bundesstrafgericht auch die Untersuchung im Zusammenhang mit der Hanfanlage im Kanton Schwyz dem Kanton St.Gallen zu. (Urteil BG.2015.47 vom 01.03.2016) (sda)