Bundesrichter beenden Streit um Apfelbaum

ST. GALLEN. Ein Nachbarstreit um zerstörte Himbeersträucher und einen Apfelbaum, der angeblich zu nahe am Nachbargrundstück steht, beschäftigt die St. Galler Justiz seit Jahren. Jetzt hat das Bundesgericht einen Schlussstrich unter die Affäre gezogen.

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ST. GALLEN. Ein Nachbarstreit um zerstörte Himbeersträucher und einen Apfelbaum, der angeblich zu nahe am Nachbargrundstück steht, beschäftigt die St. Galler Justiz seit Jahren. Jetzt hat das Bundesgericht einen Schlussstrich unter die Affäre gezogen.

Himbeerstauden besprüht?

Irgendwo im St. Gallerland ist die Stimmung zwischen einem Ehepaar und seiner Nachbarin auf dem Tiefpunkt. Die Parteien streiten sich seit Jahren darüber, ob ein Apfelbaum im Garten des Ehepaares den gesetzlichen Grenzabstand zum Grundstück der Nachbarin einhält oder nicht. Zudem erhob die Nachbarin den Vorwurf, das Ehepaar hätte im Juli 2009 sowie Ende März/Anfang 2010 ihre Himbeerstauden – 30 Stück – mit Unkrautvertilger besprüht und dadurch kaputtgemacht.

Klage eingereicht

Vor einem Jahr reichte die Nachbarin Klage gegen das Ehepaar ein und verlangte, dass der Apfelbaum, der lediglich 2,05 Meter von ihrem Grundstück entfernt steht, versetzt werde, so dass der gesetzliche Grenzabstand von drei Metern eingehalten sei. Zudem verlangte die Nachbarin für den Ernteausfall bei den Himbeeren eine Entschädigung. Das zuständige Kreisgericht wies die Klage der Nachbarin ab.

Erfolglos vor Bundesgericht

Weil eine Beschwerde beim St. Galler Kantonsgericht erfolglos blieb, bemühte die Nachbarin auch noch das Bundesgericht mit ihrem Anliegen. Sie kam aber auch hier an die falsche Adresse. Tatsächlich hatte ein St. Galler Gericht bereits in einem früheren Urteil festgehalten, dass der Apfelbaum nicht im Untergrenzabstand steht, solange dieser auf einer Maximalhöhe von drei Metern unter der Schere gehalten wird.

Um Schadenersatz für die angeblich zerstörten Himbeerstauden fordern zu können, hätte die Nachbarin den Einsatz des Unkrautvertilgers durch die Nachbarn beweisen müssen. Dieser Beweis war der Nachbarin bereits vor den kantonalen Gerichten nicht gelungen. Sie muss die Gerichtskosten von 2000 Franken bezahlen. (upi)