Bula mit Saturn

SCHÄNIS. 25 000 Kinder und Helfer campieren ab Montag in der Linthebene. Der Aufbau des Bundeslagers (Bula) der Pfadfinder läuft auf Hochtouren und ist trotz Regens im Zeitplan.

Regula Weik
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Heben Jupiter himmelwärts: Eine Gruppe von Helferinnen und Helfern baut den Planeten auf. (Bilder: Urs Jaudas)

Heben Jupiter himmelwärts: Eine Gruppe von Helferinnen und Helfern baut den Planeten auf. (Bilder: Urs Jaudas)

In der Nacht hat es wie aus Kübeln gegossen. Und es regnet noch immer. Die Wiese ist durchnässt; an mehreren Stellen steht das Wasser. Michael Hugentobler deutet auf das Gelände: Landwirtschaftsland. Vor einer Woche hat er den Boden von den Bauern übernommen. Das Telefon klingelt. Der 27jährige St. Galler ist einer von acht Unterlagerleitern des Bundeslagers der Pfadfinder. Sein Hauptjob in diesen Tagen: Organisator – und Troubleshooter. «Können wir einen zweiten Container mit Holzschnitzeln bestellen, wenn der Boden bis zum Mittag nicht abtrocknet?», will ein Helfer wissen. «Können wir den Gabelstapler bis zum Abend behalten?», fragt ein anderer.

Lastwagen um Lastwagen

50 Lastwagen Material sind bereits abgeladen: Blachen, Wolldecken, Seile, Kessel, Beile. 50 weitere Lastwagenladungen werden am Samstag angeliefert. Hugentobler lacht: «Eine Materialschlacht sondergleichen.»

Täglich weitere Helfer

Auf dem Lagergelände stehen mehrere meterhohe Holzskelette. «Planeten, das Motto des Lagers», erklärt Hugentobler. Und: «Die Konstruktionen haben einen Durchmesser von 16 bis 20 Metern. Sie sind begehbar und besteigbar.» Balken sind auf der Wiese ausgelegt – exakt zugesägt. Wie lange dauert der Aufbau eines Planeten? «Das Tagwerk von 15 Leuten», sagt Hugentobler. Eine Gruppe Helferinnen und Helfer bespannt Jupiter mit Plastik, Bostitche knallen. Auf der angrenzenden Wiese, jenseits des Kanals, wird gehämmert und gebohrt, Saturn ist am Entstehen.

80 Helferinnen und Helfer – sie leben in Zelten auf dem Gelände – stehen am Donnerstag im Einsatz. «Es kommen täglich weitere hinzu», sagt Hugentobler. Bis Sonntagabend muss die gesamte Infrastruktur für das Lager aufgebaut sein: Esszelte, Wascheinrichtungen, WCs, Abwasser, Strom, Büros. «Der Zeitplan ist eng», sagt Hugentobler. Seiner auch. Gleich hat er eine Begehung mit Sicherheitsleuten, anschliessend haben sich Behördenvertreter angemeldet.

Hochlager geplant: Innerschweizer Pfadfinder zelten auf Stelzen.

Hochlager geplant: Innerschweizer Pfadfinder zelten auf Stelzen.

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