Büstenhalter und Ehemänner

Was ist denn das? Eine Frau hält einen metallenen Ring in die Höhe und blickt fragend in die Runde. In der Folge wird gefachsimpelt, ob das Besagte nun eher eine Kuchenform oder doch ein Hundenapf sei.

Manuela Bruhin
Drucken
Am Bring- und Holtag in Arnegg gab es wahre Schätze zu entdecken. (Bild: Manuela Bruhin)

Am Bring- und Holtag in Arnegg gab es wahre Schätze zu entdecken. (Bild: Manuela Bruhin)

Was ist denn das? Eine Frau hält einen metallenen Ring in die Höhe und blickt fragend in die Runde. In der Folge wird gefachsimpelt, ob das Besagte nun eher eine Kuchenform oder doch ein Hundenapf sei. «Manchmal weiss man wirklich nicht, was man mit den abgegebenen Sachen anstellen kann», erklärt Marianne Schmid von der Frauengemeinschaft Andwil-Arnegg lachend. Die Leute würden die unterschiedlichsten Sachen abgeben – von Gartentüren bis hin zum Ehemann sei alles dabei. «Diese nehmen wir aber natürlich nicht», lacht Schmid. Ihr und ihren Kolleginnen hat es an diesem Samstag eine Frauenfigur besonders angetan. Gleich am Eingang des Areals Graströchni an der Stationsstrasse in Arnegg bringt sie die Besucher zum Schmunzeln. «Wir haben sie zu unserem Maskottchen ernannt. Deshalb trägt sie nun auch einen Büstenhalter, weil <BH> zugleich die Abkürzung von unserem Bring- und Holtag ist», sagt Schmid.

Keine Entsorgungsstelle

Die Frauengemeinschaft Andwil-Arnegg organisiert den Bring- und Holtag bereits zum drittenmal. Unterstützt wird der Anlass von der Stadt Gossau und der Gemeinde Andwil. Nebst den alltäglichen Sachen finden sich auch antike Stücke. Diese seien aber jeweils schnell vergriffen. «Viele Kleinhändler kommen vorbei und wollen sie abholen. Das mögen wir aber nicht so – denn unsere Absicht ist nicht, dass solche Schätze immer an die gleichen Leute gehen», erklärt Schmid. Ansonsten gibt es aber fast keine Auflagen – nur sauber und funktionstüchtig muss es sein.

Unterschiedliche Geschmäcker

«Wir sind keine Entsorgungsstelle. Das führt manchmal schon zu Diskussionen», so Schmid. Beispielsweise, als eine Frau ihre Kaffeemaschine abgeben wollte. «Die war aber so schmutzig und überhaupt nicht mehr gut in Schuss. Sie hat es aber nicht verstanden, warum wir sie abgewiesen haben.»

Nicht alle Stücke finden an diesem Samstag einen neuen Besitzer. Geschirr, Kleinmöbel oder dergleichen werden dann an das Brockenhaus weitergegeben. Die übriggebliebenen Sportartikel übernimmt ein Schweizer Hilfswerk. Was jedoch am Schluss zum «Ladenhüter» werde, könne nicht vorausgesagt werden. Schmid: «Da haben die Leute wirklich ihre eigenen Vorstellungen. Sehen Sie hier, die schönen Gartenmöbel sind noch da, die hässlichen weg!»

Aktuelle Nachrichten