BÜRGERVERSAMMLUNG: Neue Kirchgemeinde auf Kurs

Kirchbürger genehmigen in Untereggen die erste Jahresrechnung und das zweite Budget der Katholischen Kirchgemeinde der Region Rorschach – nach kurzer Diskussion über Mehrkosten.

Fritz Bichsel
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Bürgerversammlung der Katholiken der Region Rorschach, erstmals in der Kirche Untereggen. (Bild: Fritz Bichsel)

Bürgerversammlung der Katholiken der Region Rorschach, erstmals in der Kirche Untereggen. (Bild: Fritz Bichsel)

Fritz Bichsel

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Katholiken aus der Region treffen sich am Sonntagvormittag zum gemeinsamen Gottesdienst der Seelsorgeeinheit und zum Apéro. Dazwischen erledigen die Stimmberechtigten die finanziellen Jahresgeschäfte, erstmals in der Pfarrkirche St. Magdalena. Das ist eines der 18 Gebäude, die Anfang 2016 von den vorherigen Kirchgemeinden Untereggen, Goldach und Rorschach-Rorschacherberg übergingen an die neue Kirchgemeinde der Region.

Präsident Stefan Meier kann immerhin gut 150 von 9000 Kirchbürgern in Untereggen begrüssen. Der Besuch von Heinz Schiess, Präsident der Evangelischen Kirchgemeinde Rorschach-Rorschacherberg, gibt ihm Anlass zu Dank: für «gute, respektvolle» interkonfessionelle Zusammenarbeit.

Seine Gedanken zum Jahresbericht stellt er unter das Motto «Selbstbewusstsein». Er ruft die Kirchbürger auf, «selbstbewusst ‹Stopp› zu sagen», wenn Weihnachtsfeiern an Schulen, Kirchengeläut oder Kreuze in öffentlichen Gebäuden «aus falsch verstandener Toleranz» als mit der multireligiösen Gesellschaft nicht vereinbar erachtet werden. «Unser Land, unser Kanton und unsere Gemeinden wären um einiges ärmer ohne das Engagement der Kirchen für Soziales, Kultur, Bildung und Jugendarbeit». Zur neuen Kirchgemeinde bilanziert er: «Der Kirchenverwaltungsrat kann nach dem ersten Jahr noch überzeugter sagen: Es war der richtige Weg. Die Organisation wächst und entwickelt sich zukunftsorientiert, die finanziellen Ergebnisse zeugen vom Erfolg der Fusion.»

Wunsch nach mehr Information zu Kosten

Zur Rechnung 2016 fragt ein Kirchbürger nach Gründen für die Überschreitung des Kostenvoranschlags bei der Sanierung des Turms der Goldacher Kirche. Er erfährt, dass der Rat Mehrkosten kommen sah und bei der Denkmalpflege sowie weiteren Geldgebern höhere Beiträge erreichte. Die Bürger genehmigen die Rechnung mit 64200 Franken Gewinn bei 7,3 Mio. Franken Aufwand sowie Reserven von neu 2,6 Mio. bei einer Enthaltung. Das Budget für 2017 ist mit gleichbleibend 24 Steuerprozenten und Planungskosten für die Erneuerung von Gebäuden ausgeglichen: je 6 Mio. Franken Aufwand und Ertrag. Ein Kirchbürger erkundigt sich nach Gründen für höhere Kosten der Sekretariate. Präsident Meier verweist auf den Ausbau um zehn Stellenprozente und Anrecht auf mehr Ferien. Darauf wird der Voranschlag 2017 einstimmig genehmigt. Ein Kirchbürger wünscht künftig detailliertere Information zu Abweichungen und Veränderungen bei Budget und Rechnung.

Die Finanzen der Kirchgemeinde werden entlastet durch die Kantonalkirche: einmalig 1,2 Mio. Franken – die für Schuldenabbau durch Abschreibungen genutzt werden – und bis 2019 jährliche Beiträge an die Fusion. Stefan Meier ist zuversichtlich, dass dank weiterer Einsparungen auch danach ausgeglichene Abschlüsse möglich sein werden ohne Steuererhöhung.

In der Umfrage kommt nochmals das positive Wirken der Kirche zum Ausdruck: Walter Gnädinger dankt für die Unterstützung des Hilfswerks in Ostafrika, an welchem er mitwirkt.