BÜRGERVERSAMMLUNG: Die Feuerprobe bestanden

Nach gut 100 Tagen im Amt hat Goldachs Gemeindepräsident Dominik Gemperli am Montag seinen ersten grossen Auftritt bestritten. Mit Erfolg: Die Goldacher scheinen zufrieden zu sein.

Linda Müntener
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Goldachs Gemeindepräsident Dominik Gemperli (Mitte) hat Anfang Jahr Thomas Würths Nachfolge angetreten. (Bild: Linda Müntener)

Goldachs Gemeindepräsident Dominik Gemperli (Mitte) hat Anfang Jahr Thomas Würths Nachfolge angetreten. (Bild: Linda Müntener)

Linda Müntener

linda.muentener@tagblatt.ch

Den Stimmbeteiligungsrekord vom vergangenen Jahr kann er nicht knacken. Dennoch lockt Goldachs neuer Gemeindepräsident Dominik Gemperli am Montagabend einige Stimmberechtigte in die Wartegghalle. Es ist seine erste Bürgerversammlung als neues Gemeindeoberhaupt. Und seine Feuerprobe nach gut 100 Tagen im Amt. 423 Goldacherinnen und Goldacher sind gekommen. Das ergibt eine überdurchschnittliche Stimmbeteiligung von 7,4 Prozent.

Gemperli bedankt sich gleich zu Beginn nochmals für das Vertrauen der Bürger. «Ich werde bemüht sein, Ihre Erwartungen zu erfüllen», sagt er. «Auch wenn es schlicht nicht möglich ist, alle Erwartungen jederzeit zu erfüllen.» Damit spricht Gemperli die Neugestaltung des Dorfzentrums mit den Teilprojekten Mühlegutstrasse, Hauptstrasse, Dorfplatz und Bushof an. Eine Aufwertung des Zentrums ergebe nur dann Sinn, wenn gleichzeitig Lösungen für das Verkehrsproblem gefunden würden, sagt Gemperli. Mit der Zustimmung zu den Projektierungskrediten hat die Bürgerversammlung den Grundstein bereits im vergangenen Jahr gelegt. Nach wie vor sei vorgesehen, dass die Stimmberechtigten noch in diesem Jahr über die Baukredite entscheiden. «Es ist dabei wichtig, eine möglichst hohe Akzeptanz für dieses Vorhaben zu erreichen», sagt Gemperli.

Der Steuerfuss bleibt bei 107 Prozent

Der neue Gemeindepräsident führt souverän durch die Versammlung, Rechnung und Budget winken die Stimmberechtigten diskussionslos durch. Die Jahresrechnung schliesst mit einem Aufwandüberschuss von 282934.47 Franken. Mit der Zustimmung der Stimmberechtigten wird dieser über das Eigenkapital gedeckt. Letzteres beträgt damit neu rund 4,6 Millionen Franken. Für 2017 ist ein Defizit von 614600 Franken budgetiert. Investiert wird unter anderem in die bauliche Sanierung der Möttelistrasse und in die Verlängerung des Bahnwegs nach Rorschach. Der Steuerfuss bleibt bei 107 Prozent.

Die allgemeine Umfrage wird am Montagabend nicht genutzt. Anders im vergangenen Jahr: Damals beantragte eine Bürgerin, die Erschliessung Klosterstrasse–Florastrasse–St. Gallerstrasse an den öffentlichen Verkehr zu prüfen. «Der Gemeinderat hat dem Kanton die neue Linienführung zur schnellstmöglichen Umsetzung beantragt», sagt der Gemeindepräsident. Die Abklärungen des Kantons seien aber noch nicht abgeschlossen.

Sprachliche Förderung schon vor dem Kindergarten

Auch die Schule Goldach steht in den kommenden Monaten vor einigen Projekten. Allen voran: das Schul-Musical «Yladanath». Einen kleinen Vorgeschmack auf die Grossproduktion, die vom 23. bis 27. Juni, in der Wartegghalle zur Aufführung kommt, bekommen die Stimmberechtigten schon an der Bürgerversammlung. Der Minichor der Oberstufe gibt das Schlusslied des Musicals zum Besten und beschert den Anwesenden damit eine erfrischende Abwechslung an der sonst zahlenlastigen Veranstaltung. Auch Schulpräsident Andreas Gehrig liefert in seinem Ausblick Zahlen. 30 Prozent mehr Kinder als im vergangenen Jahr werden im Sommer im Kindergarten eingeschult. «Allgemein stellen wir fest, dass die Zahlen in diesem Bereich in den kommenden Jahren wieder steigen ­werden», sagt Gehrig. Diese ­Entwicklung werde die Bildungskommission beschäftigen. Genauso die deutsche Sprache: «Wir stellen seit einiger Zeit einen zunehmenden Anteil an nicht oder wenig Deutsch sprechenden Kindergartenkindern fest.» Die Bildungskommission habe deshalb ein Konzept verabschiedet, um vermehrt mit den Eltern in Kontakt zu kommen. Zudem sollen fremdsprachige Eltern dazu ermutigt werden, selber Deutsch zu lernen und die Sprache mit ihren Kindern zu pflegen. Zur Integration will die Bildungskommission ab Sommer in Zusammenarbeit mit der Spielgruppe Tatzelwurm einen weiteren Schwerpunkt in der sprachlichen Frühförderung setzen. Ziel ist, die Kinder schon vor dem ersten Kindergartenbesuch an die deutsche Sprache heranzuführen. Heranführen will die Schule ihre Schülerinnen und Schüler auch an die neuen Medien. Ausgehend von den Anforderungen des ab Sommer wirksamen neuen Lehrplans wird derzeit ein Medienbildungskonzept ausgearbeitet. Dieses soll den Medienbereich, der sich stetig entwickelt, von verschiedenen Seiten her beleuchten.