BÜRGERVERSAMMLUNG: Bürger winken Spielplatz durch

Die Untereggerinnen und Unteregger sagen Ja zum Budget und genehmigen einen neuen Spielplatz sowie die Senkung des Steuerfusses um fünf Prozent. Die Idee einer Velobrücke hingegen polarisiert.

Jolanda Riedener
Drucken
Teilen
Erfreulicher Abschluss: Der Steuerfuss wird um 5 Prozent auf 129 Prozentpunkte gesenkt. (Bild: jor)

Erfreulicher Abschluss: Der Steuerfuss wird um 5 Prozent auf 129 Prozentpunkte gesenkt. (Bild: jor)

Jolanda Riedener

jolanda.riedener@tagblatt.ch

An der Unteregger Bürgerversammlung vom Montag freut sich der Gemeindepräsident Norbert Rüttimann über das zahlreiche Erscheinen seiner Mitbürger: «Die Stimmbeteiligung in unserer Gemeinde ist mit 17,8 Prozent erneut überdurchschnittlich.» 136 Stimmberechtigte haben sich in der Mehrzweckhalle eingefunden. Die Rechnung 2016 weist ­einen Ertragsüberschuss von 756789 Franken auf. Der erfreuliche Abschluss sei aufgrund eines Minderaufwands in den Bereichen Schule und Verwaltung sowie bei der Pflege, Spitex und beim öffentlichen Verkehr entstanden. Ausserdem konnte die Gemeinde mehr Einnahmen, etwa im Bereich der Steuereinnahmen juristischer Personen, verbuchen. «Schön zu sehen, dass es unserem Gewerbe gut geht», kommentiert Rüttimann. «Mit einem Eigenkapital von knapp drei Millionen Franken soll den Bürgern durch die Steuersenkung etwas zurückgegeben werden, was in den letzten Jahren zu viel bezahlt wurde.»

Anmerkungen zur Rechnung brachte Niklaus Lehner an: Die Lohnerhöhung des Gemeindepräsidenten betrage laut Rechnung 41 statt 40 Prozent. Ein Prozent sei auf andere Lohnerhöhungen in der Verwaltung zurückzuführen, erklärt Rüttimann. Zu wenig Informationen seitens der Gemeinde beanstandete Lehner bezüglich des Postens Friedhof und Bestattung. Die Gemeinde habe eine Kommission gegründet, die das Reglement des Gemeinschaftsgrabs überarbeite und dieses optisch aufwerte, so die Erklärung zu den finanziellen Abweichungen vom Vorjahr.

Überarbeiteter, günstigerer Spielplatz genehmigt

Im kommenden Jahr hat die Gemeinde 60000 Franken für einen Spielplatz bei der Spielbüel­strasse budgetiert. Im vergangenen Jahr wurde ein Spielplatz für 86300 Franken von den Bürgern abgelehnt, dieser hätte eine Verschiebung der Zufahrtstrasse zum Parkplatz zur Folge gehabt. Der neue Standort um die bestehenden Garagen an der Spielbüelstrasse sei in Absprache mit der Jugendriege und dem Grümpeli-OK bestimmt worden. Erstmals wurde die Bürgerversammlung als Einheitsgemeinde mit der Schulgemeinde durchgeführt, wobei sie die letzte Rechnung präsentierte. «Die Schulgelder für die Oberstufe schenken ein», sagt Schulpräsidentin Petra Gächter-Pfändler im Hinblick aufs Budget 2017. Im kommenden Schuljahr gebe es zwar weniger Oberstufenschüler, 2018/19 kommen aber bereits wieder mehr Schüler in die Oberstufe. Neu werde die Urlaubsregelung gelockert, sodass jedem Kind einmal in der Schulkarriere eine Woche Ferien während der Unterrichtszeit bewilligt werde. Ausserdem müsse eine Transportfirma beauftragt werden, die Schüler aus Aussenquartieren in den Unterricht bringe.

Zur allgemeinen Umfrage nutzt Willi Heuberger die Gelegenheit, um seine Bedenken zum vom Gemeindepräsident angesprochenen grossen Brückenprojekt zu äussern. Die Idee einer Fuss- und Velobrücke über das Goldachtobel führe an einem für die Natur wertvollen Gebiet vorbei, das seltene Vogelarten besiedeln. Als Bogenschütze und Jäger verstehe er sich als Anwalt der Tiere und fühle sich verpflichtet, für diese einzustehen: «Wenn ihr die Brücke baut, müsst ihr an mir vorbei.» Der Votant erhält Zustimmung mit Applaus.