BÜRGERVERSAMMLUNG: 1,65 Millionen für die Langsamen

Auf der Horner Seestrasse treffen Velofahrer, Skater, Postauto, Lastwagen und Fussgänger aufeinander. Mittelinseln sollen mehr Sicherheit schaffen. Die Bürger beurteilen die Massnahmen kritisch.

Jolanda Riedener
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Viele Kinder benutzen den Fussgängerstreifen bei der Badi Horn. Mit einer Mittelinsel soll der Übergang sicherer werden. (Bild: Jolanda Riedener)

Viele Kinder benutzen den Fussgängerstreifen bei der Badi Horn. Mit einer Mittelinsel soll der Übergang sicherer werden. (Bild: Jolanda Riedener)

Jolanda Riedener

jolanda.riedener@tagblatt.ch

Die Hornerinnen und Horn haben die 1,65 Millionen Franken für die Neugestaltung der Seestrasse am Dienstagabend nicht ohne Weiteres gesprochen: Der Gemeinderat musste sich Fragen und kritischen Wortmeldungen stellen.

Mit dem neuen Gestaltungskonzept der Seestrasse wird dem Langsamverkehr mehr Beachtung geschenkt. Laut Gemeindepräsident Thomas Fehr sollen die Massnahmen mehr Qualität und vor allem Sicherheit für Fussgänger und Velofahrer bringen, ohne die Autofahrer zu behindern. Die aktuelle Gestaltung der Seestrasse stammt aus dem Jahr 1969: «Damals hatte der Langsamverkehr zweite Priorität. Man wollte mit dem Auto möglichst schnell von A nach B kommen», sagt Fehr.

Mittelinseln bringen mehr Sicherheit

Die Umgestaltung der Seestrasse wird zwischen der Bahnhofstrasse und Zollstrasse vorgenommen. Dort werden die Fussgängerstreifen mit Mittelinseln bestückt und die Fahrbahn auf 6,3 Meter verschmälert. Es werden auch durchgängige, zwei Meter breite Trottoirs geführt. Beim Bad Horn und dem Fussgängerstreifen bei der Badi soll die Fahrbahn ausgeweitet und ebenfalls mit Mittelinseln bestückt werden. Der Velostreifen wird im Bereich des Fussgängerstreifens unterbrochen. Bei der evangelischen Kirche entsteht eine Mittelinsel mit kombinierter Fussgänger- und Veloüberquerung.

Ob das Projekt Seestrasse gleichzeitig mit dem Projekt Hornbach und Scherzenbach finanziell gestemmt werden könne, ohne die Steuern zu erhöhen, wollte ein Votant wissen. Man habe die finanzielle Situation im Griff, so der Rat. Ausserdem erhalte man einen Beitrag von 700000 Franken im Rahmen des Agglomerationsprogramms. Als Knackpunkt sieht das Publikum die Postautohaltestellen, die 2019 mit neuer Linienführung fahren oder ob eine schmalere Strasse, teilweise ohne Velostreifen, überhaupt sicherer sei. Letzteres sei von Experten erwiesen.

Schliesslich stellt Fehr «mit grosser Erleichterung» fest, dass die Vorlage mit 109 Ja- zu 41 Nein-Stimmen angenommen ist.