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BÜRGERNAH: Wittenbacher Forum: Nur wenige reden mit

Die Wittenbacherinnen und Wittenbacher gestalten die Zukunft ihrer Gemeinde mit – zumindest 35 von ihnen. Beim Forum vom Samstag sprachen sie über Verkehr, Raumplanung und die Einheitsgemeinde.
Johannes Wey
Viel Kopfarbeit und angestrengtes Zuhören beim Forum in der OZ-Turnhalle. (Bild: Johannes Wey)

Viel Kopfarbeit und angestrengtes Zuhören beim Forum in der OZ-Turnhalle. (Bild: Johannes Wey)

Ein Hauch von Enttäuschung schwang in vielen Wortmeldungen mit beim Wittenbacher Forum vom Samstag. 35 Einwohnerinnen und Einwohner hatten die Gelegenheit ergriffen, beim Workshop mitzuwirken, um dem Gemeinderat Hausaufgaben für seine nächste Legislaturplanung aufzugeben. Angesichts einer Einwohnerzahl von 9800 hatte Gemeindepräsident Fredi Widmer eigentlich 50 bis 60 Teilnehmer erwartet.

Allerdings hatte er mögliche Gründe für den geringen Aufmarsch parat: «Das hat sicher auch damit zu tun, das sich nicht alle Einwohner der Agglomerationsgemeinde Wittenbach gleich stark mit dem Dorf identifizieren», sagte Widmer am Ende der Veranstaltung. Oder dass die Bürger den Behörden schlicht vertrauten. Mit den Ergebnissen des Workshops sei er jedenfalls zufrieden.

Gemeinderat Benjamin Gautschi fand es einen «Wahnsinn», dass er einer der jüngsten Teilnehmer war. Und dass keine Neuzuzüger dabei waren. «Das erschreckt mich ein wenig.» Ein Teilnehmer konnte dem fast schon intimen Rahmen auch Gutes abgewinnen: «So kommen immerhin alle zu Wort.»

Mitwirkung ist ein Trend

Für Sara Kurmann Meyer, die das Projekt «Zukunft Wittenbach» von Seiten des Ostschweizer Zentrums für Gemeinden der Fachhochschule St. Gallen begleitet, spielte die Teilnehmerzahl hingegen eine untergeordnete Rolle. «Beim Forum wollen wir inhaltlich in die Tiefe gehen», sagte sie. Die quantitative Datenerhebung sei hingegen bei der Bevölkerungsumfrage erfolgt, wo 43 Prozent der verschickten Fragebögen ausgefüllt worden waren.

Weitere Teile von «Zukunft Wittenbach» war die Arbeit in der «Echogruppe» mit 15 nach statistischen Kriterien ausgewählten Wittenbacherinnen und Wittenbachern sowie der Prozess für ein Jugendleitbild, wo die jüngere Bevölkerung einbezogen wurde. Nun werden die politische sowie die Schulgemeinden die Ergebnisse sichten und entscheiden, welche Themen weiterverfolgt werden. «Dass sich die Bevölkerung zur Strategie ihrer Gemeinde äussern kann, ist ein gesellschaftlicher Trend», sagte Kurmann.

Diskutiert werden die Dauerbrenner

Im halbtägigen Workshop kristallisierten sich Themen heraus, die schon länger auf der Agenda stehen: Die Gemeindestrukturen, der Verkehr und die Raumentwicklung. Weiter gefasste Schwerpunkte waren «Raum und Umwelt», «Mensch und Gesellschaft», «Arbeit und Wirtschaft», «Vision und Strategie» und «Naherholung». Diese sechs Themenfelder wurden in Gruppen diskutiert, die Ergebnisse danach im Plenum vorgestellt.

Dabei zeigte sich, dass das Thema Gemeindestrukturen noch lange nicht gegessen ist: Die «grosse Einheitsgemeinde», zu der auch die heute regional organisierte Oberstufenschulgemeinde zählen würde, müsse das Ziel bleiben, sagte der Sprecher der betreffenden Arbeitsgruppe. Auf dem Weg dahin müsse man sich überlegen, ob die «kleine Einheitsgemeinde» aus politischer und Primarschulgemeinde ein nützlicher Zwischenschritt sei. Eine Gemeindefusion auf politischer Ebene – sei es mit St. Gallen oder kleineren Gemeinden – sei «wohl zu visionär». Dafür müsse die regionale Zusammenarbeit intensiviert werden.

Die Arbeitsgruppe «Raumentwicklung» forderte kein weiteres Wachstum durch Zuzüge. Zudem solle kein Bauland mehr eingezont, sondern verdichtet gebaut werden, «auch wenn dann der eine oder andere mehr Schatten hat.» Von der Arbeitsgruppe «Verkehr» hiess es, dass man mit dem ÖV wunschlos glücklich sei. «Wir hoffen, das bleibt auch so, wenn die VBSG das Postauto in Wittenbach ablösen.»

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