Bürgermusik gibt Stoff

20 Jahre trat die Bürgermusik Mörschwil in petrolfarbenen Uniformen auf. Inzwischen kneifen und zwicken bei vielen die Hosen und Kittel. Für 75 000 Franken gibt es nun neue Uniformen.

Stefan Feuerstein
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Zu kurz, zu weit, zu eng: Weil vielen Musikanten die Uniformen nicht mehr passen, ist es jetzt Zeit für neue. (Bild: pd)

Zu kurz, zu weit, zu eng: Weil vielen Musikanten die Uniformen nicht mehr passen, ist es jetzt Zeit für neue. (Bild: pd)

MÖRSCHWIL. «Nach über 20 Jahren wird es langsam Zeit für eine neue Uniform», sagt Martina Wäger, Präsidentin der Bürgermusik Mörschwil. Ihr habe die petrolblaue Uniform zwar sehr gut gefallen, mittlerweile sei es aber schwierig geworden, für alle Mitglieder passende Kleidungsstücke zu finden. Die Uniformen hatten zwar den Vorteil, dass sie relativ leicht angepasst werden konnten. Was an Änderungen möglich gewesen sei, sei aber bereits getan. «Zudem gibt es den Stoff nicht mehr», sagt Martina Wäger.

40 neue Uniformen

Für die Neuuniformierung wurde im Rahmen des Dorffests «Mörschwil fägt» vergangenen Mai eine Spendenaktion gestartet. Wer den Verein unterstützen möchte, kann für einzelne Kleidungsstücke spenden, einen Pauschalbeitrag beisteuern oder auch gleich eine komplette Uniform sponsern. Mit dem bisherigen Erfolg zeigt sich die Präsidentin sehr zufrieden: «Wir freuen uns über die grosse Unterstützung durch die Mörschwiler Bevölkerung. Teilweise waren wir richtig überrascht, auf wie viel Grosszügigkeit wir stiessen.» Insgesamt sollen 40 neue Uniformen angeschafft werden, damit der 33köpfige Verein auch für Neumitglieder und Gastmusiker gerüstet ist.

Mit oder ohne Hut

Die Kosten für die neuen Uniformen betragen rund 75 000 Franken. Bisher konnten bereits 50 000 Franken gesammelt werden, davon spendet die Politische Gemeinde 20 000 Franken. Die momentan noch fehlenden 25 000 Franken sollen bis Januar noch zusammenkommen. Martina Wäger ist zuversichtlich, dass die Bürgermusik ihr Ziel erreichen kann. Falls aber nicht genug Spendengelder zusammenkommen, werde der Verein vorerst auf den zugehörigen Hut verzichten: «Wir haben dieses Thema intensiv besprochen und eigentlich wollen wir den Hut», sagt Martina Wäger. Man schaue nun aber, ob die Spenden reichen und entscheide dann, ob der Hut weggelassen oder erst später dazugekauft werde.

Farbe bleibt geheim

Wie die neue Uniform aussieht, bleibt bis zu den Unterhaltungsabenden am 10. und 11.Januar 2014 ein Geheimnis. Die Präsidentin gibt sich zurückhaltend: «Die neue Uniform wird wieder eher traditionell, unterscheidet sich aber klar von der jetzigen.»

Neu eingekleidet, heisst das Motto der Unterhaltungsabende im Januar denn auch «Mer gend Stoff». Obwohl das Aussehen der neuen Uniform noch geheim ist, ist eines schon klar: Die Vorfreude auf den ersten Auftritt ist riesig. «Um den Leuten unsere Uniform von jeder Seite zu präsentieren, haben wir uns eine besondere Bühnenshow überlegt», verrät Martina Wäger.

Damit die Bevölkerung verfolgen kann, wie die Spendenaktion läuft, hat die Bürgermusik im Dorfzentrum zudem ein Spendenbarometer aufgestellt. Mit dem Bild eines schwarz-weissen Musikanten, dessen Uniform laufend farbiger wird, sobald die Spendenhöhe erneut 10 000 Franken übersteigt.

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