Bürgerliche Kampagne für Rechsteiner

ST.GALLEN. Im Kampf um den zweiten St.Galler Sitz im Ständerat schlagen sich prominente bürgerliche Politiker und Wirtschaftsvertreter auf die Seite von SP-Kandidat Paul Rechsteiner – darunter auch ehemalige Mitstreiter von SVP-Nationalrat Thomas Müller.

Andri Rostetter
Merken
Drucken
Teilen
SP-Mann Paul Rechsteiner schafft die Wiederwahl in den St.Galler Ständerat. (Bild: Jakob Ineichen/Archiv)

SP-Mann Paul Rechsteiner schafft die Wiederwahl in den St.Galler Ständerat. (Bild: Jakob Ineichen/Archiv)

Rund vierzig Personen aus Politik, Wirtschaft und Kultur haben sich in einem überparteilichen Komitee zusammengeschlossen, das sich für die Wiederwahl von SP-Ständerat Paul Rechsteiner einsetzt. «Es gilt jetzt, das gut harmonierende Tandem Rechsteiner/Keller-Sutter für weitere vier Jahre in der kleinen Kammer wirken zu lassen. Zum Vorteil des Kantons St.Gallen und als Zeichen für die Beibehaltung der bilateralen Verträge», heisst es in einer Mitteilung des Komitees. Morgen Donnerstag schaltet die Gruppierung in verschiedenen St.Galler Zeitungen Wahlinserate.

Den Sitz für Müller frei gemacht
Im Komitee engagieren sich mehrere ehemalige Partei- und Fraktionskollegen von SVP-Kandidat Thomas Müller, darunter prominente Namen wie Lucrezia Meier-Schatz oder Felix Walker. «Müller ist in Bern nicht mit besonderen Leistungen aufgefallen», begründet Walker auf Anfrage sein Engagement. «Zudem habe ich ihm damals nicht den Sitz freigemacht, damit er danach zur SVP wechselt.» Der ehemalige St.Galler CVP-Nationalrat Felix Walker trat 2006 nach sieben Jahren vorzeitig aus dem Parlament zurück und machte damit für Müller den Weg frei, der bei den Wahlen 2003 den ersten Ersatzplatz der CVP-Liste Nordost erreichte. Anfang 2011 trat Müller zur SVP über. Meier-Schatz war bis zu Müllers Parteiwechsel Fraktionskollegin des Rorschachers.

Unternehmer und Freisinnige
Dass sich CVP-Exponenten für die Wiederwahl Rechsteiners einsetzen, ist nicht überraschend. Müllers Abgang bei der CVP im Jahr 2011 war von Misstönen begleitet, unter anderem wegen nicht bezahlter Parteibeiträge. Ins Auge fallen dagegen die Namen von Wirtschaftsvertretern und Freisinnigen, die sich für Rechsteiner engagieren. Darunter finden sich etwa Ex-Swisscom-Präsident Markus Rauh, alt FDP-Regierungsrat Hans Ulrich Stöckling, der Gamser Unternehmer Alois Bischof sowie der ehemalige St.Galler FDP-Stadtparlamentarier Albert Rüesch. Der Kantonale Gewerbeverband St.Gallen, die Industrie- und Handelskammer St.Gallen-Appenzell und die FDP-Kantonalpartei empfehlen Thomas Müller zur Wahl.

Aufruf in sozialen Netzen
Müllers ehemalige Fraktions- und Parteikollegin Lucrezia Meier-Schatz setzt sich gleich an mehreren Fronten für Rechsteiner ein. Die CVP-Politikerin ist auch Mitglied der überparteilichen Gruppierung «Frauen wählen Rechsteiner», die in den sozialen Netzen zur Wiederwahl des Gewerkschafters aufruft. Zu den Erstunterzeichnerinnen der Gruppierung zählt auch Ira Stamm, Ex-Präsidentin der FDP-Frauen Schweiz.