Bürger statt Partei vertreten

Kathrin Michel kandidiert im zweiten Wahlgang am 28. Februar für Goldachs Gemeinderat. Trotz Parteilosigkeit vertritt sie klare Meinungen – etwa in Sachen Verkehr und Kommunikation.

Linda Müntener
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Kathrin Michel kandidiert für den Goldacher Gemeinderat. (Bild: pd)

Kathrin Michel kandidiert für den Goldacher Gemeinderat. (Bild: pd)

GOLDACH. Die Goldacher Gemeinderatswahl erhält eine neue Ausgangslage. Neben den bisherigen Kandidaten Reto Kuratli (SP) und Martin Hochreutener (SVP) kandidiert im zweiten Wahlgang am 28. Februar auch die parteilose Kathrin Michel. Dies teilt sie in einem Communiqué mit. Sie habe sich bereits nach Bekanntgabe von Jacqueline Schneiders (SP) Rücktritt überlegt, zu kandidieren. Doch die 46-Jährige war sich sicher, dass in Goldach nur jemand eine Chance hat, der über eine Partei portiert wird. Das knappe Ergebnis im ersten Wahlgang hat sie vom Gegenteil überzeugt. «Goldach kann einen neuen Weg gehen», sagt Kathrin Michel.

Mit Bildungsthemen vertraut

Die 46-Jährige ist in Tübach aufgewachsen, seit 16 Jahren aber «durch und durch Goldacherin». Die Mutter zweier Kinder ist mittlerweile Ortsbürgerin. Kathrin Michel hat in Gossau studiert und sieben Jahre lang Handarbeit und Hauswirtschaft in Steinach unterrichtet. Deshalb kenne sie die für die Bildungskommission relevanten Themen, den Schulalltag, die Anliegen der Lehrpersonen sowie der Eltern aus eigener Erfahrung. Eine moderne, starke Schule ist ihr ein Anliegen.

Nach einer Weiterbildung erledigt Kathrin Michel heute in einem Teilzeitpensum für mehrere Betriebe die Buchhaltung und Administration. So ist sie auch mit den Anliegen von kleineren Betrieben vertraut und will sich für attraktivere Rahmenbedingungen einsetzen.

Erreichbarkeit verbessern

Es ist das erste Mal, dass Kathrin Michel für ein politisches Amt kandidiert. In der politischen Landschaft will sie sich nicht einordnen. Sie urteile von Fall zu Fall, «nach gesundem Menschenverstand» – genauso wie der politisch interessierte Bürger. Das Bild von tragenden politischen Parteien, die sich auf einer Skala von links nach rechts einordnen, sei zumindest auf Gemeindeebene überholt. «Auf kommunaler Ebene hat dies dazu geführt, dass in der Schweiz heute 42 Prozent aller Exekutivmitglieder parteilos sind», sagt Kathrin Michel. Das habe sich auch in Tübach und Untereggen bewährt. «Man muss für die Anliegen der Bürger da sein und nicht für eine Partei», sagt sie. Goldach brauche Personen, die pragmatische Lösungen anpacken. Trotz Parteilosigkeit vertrete sie klare Meinungen. «Goldach muss seine Erreichbarkeit und Verkehrssituation unbedingt verbessern», sagt Kathrin Michel. Sie steht deshalb zur raschen Umsetzung des Viersäulenkonzepts der IG mobil. Mit Blick auf die Attraktivität und die Verkehrssicherheit benötige es neue Verkehrsführungen. Diese Themen verlangen konstruktive Zusammenarbeit mit Beteiligten sowie mit den Nachbargemeinden. Aber auch im Dorf müsse der Gemeinderat mit Betroffenen zusammenarbeiten. So unterstützt sie eine transparentere Kommunikation. «Hier müssen alle möglichen Synergien genutzt werden.»

Rechnet sich gute Chancen aus

Das 20-Prozent-Pensum sei zu bewältigen, sagt Kathrin Michel. Als Ausgleich zu Beruf und Familie engagiert sie sich im Vorstand des Vereins Hundesport Rorschach und Umgebung sowie als Mitglied des caritativen Vereins «etwas – Raum für Ideen». Die Kandidatin stellt sich den Parteien für eine Vorstellung zur Verfügung, im neuen Jahr plant sie eine öffentliche Vorstellung. Für den 28. Februar rechnet sie sich gute Chancen aus. Bei einer breiten Mitte und nicht zuletzt bei engagierten Frauen sehe sie sich im Vorteil, sagt Kathrin Michel. «Zudem dürfte die neue Ausgangslage den einen oder anderen Bürger mehr zur Stimmabgabe bewegen.»