BUECHBERG: Den «Steinigen Tisch» aufpoliert

Im November ist Schluss: Tanja und Marco Blumer verabschieden sich vom «Steinigen Tisch». Das Wirtepaar hat dem Restaurant zu neuem Glanz verholfen. Nun sucht die Ortsgemeinde einen neuen Pächter.

Jolanda Riedener
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Im November sagen Tanja und Marco Blumer dem «Steinigen Tisch» Adieu. (Bild: Jolanda Riedener)

Im November sagen Tanja und Marco Blumer dem «Steinigen Tisch» Adieu. (Bild: Jolanda Riedener)

Jolanda Riedener

jolanda.riedener@tagblatt.ch

Es ist ein idyllischer Ort umgeben von Bäumen, am Ende einer schmalen Landstrasse. Mit Ausblick auf Alpstein und Bodensee, auf der Spitze des Rebbergs befindet sich der «Steinige Tisch». Nach sechseinhalb Jahren gibt das Wirtepaar Tanja und Marco Blumer das Restaurant nun in neue Hände. «Wir wollen uns nach dieser Zeit einer neuen Herausforderung stellen», sagt Tanja Blumer. Für das Pächterpaar ist es der erste Betrieb, den sie gemeinsam führten.

Das Ausflugsrestaurant auf dem Kamm des Buechbergs lockt vor allem bei schönem Wetter Spaziergänger, Velofahrer und Familien, aber auch Geschäftsleute an. «Das erste Jahr war schwer», sagt Marco Blumer. Der Betrieb war zu dieser Zeit nicht gut aufgestellt, davor gab es gleich mehrere Pächterwechsel. Neben Marco Blumer, der vor allem in der Küche wirkt, und Tanja Blumer, die Gäste bedient, sind ein weiterer Koch und eine Servicemitarbeiterin angestellt. Hinzu kommen nach Bedarf Aushilfen. Mit vier Vollzeitstellen wollen sie den Gästen Qualität bieten. Ebenso mit ihrem Konzept: Aufgetischt haben sie einfache, saisonale und frische Gerichte, die man kennt. «Vor allem Cordon bleu und Risotto sind bei den Gästen beliebt», sagt Marco Blumer.

Ungewissheit weicht geselligen Momenten

Mit damals 31 Jahren haben sie den Schritt gewagt, einen eigenen Betrieb zu übernehmen. Das sei auch mit Ungewissheit verbunden gewesen. «Wir haben in der Zeit viel fürs Leben gelernt und sind dankbar für die Chance, die man uns als junges Wirtepaar damals gegeben hat», sagt Tanja Blumer. Beide sind, seit sie 16 Jahre alt sind, in der Gastrobranche tätig. «Wir konnten in unserer Zeit hier viele Stammkunden gewinnen», sagt Marco Blumer. Auch zahlreiche grössere Gruppen haben sie bewirtet – Hochzeitsgesellschaften, Geburtstage oder Firmenanlässe. «Wir haben viele Leute kennen gelernt, Freunde gewonnen und schöne Momente mit Gästen erlebt», sagt Tanja Blumer. Sich selber bleiben, das sei den beiden immer wichtig gewesen.

Knackpunkt des Betriebs ist die starke Wetterabhängigkeit. Bei 25 Grad und Sonne seien alle Stühle besetzt, bei Regen hingegen sei deutlich weniger los im «Steinigen Tisch». Das hänge nicht zuletzt auch mit dem Fahrverbot an den Wochenenden zusammen. Bei Regen würden einfach weniger Gäste den 20-minütigen Fussweg zum Restaurant auf sich nehmen. Die Planung mit Lebensmitteln und Personal sei daher im Ausflugsrestaurant eine Herausforderung.

Besonders geniessen konnte das Paar während seiner Zeit im «Steinigen Tisch», wo sie auch wohnten, die schönen Sonnenuntergänge. Die Natur ist an diesem Ort nah, auch stürmen könne es stark. «Einmal an Weihnachten lag ein Baum auf der Strasse und wir konnten nicht bis nach Hause fahren», erinnert sich Tanja Blumer.

Ihrem Nachfolger möchten Blumers vor allem Durchhaltewille und Flexibilität mitgeben. Sie selber werden in der Ostschweiz bleiben, einen eigenen Betrieb werden sie voraussichtlich aber nicht übernehmen, sondern erst einmal wieder als Angestellte ihr Geld verdienen. «Wir freuen uns auf die verbleibende Zeit hier», sagt Tanja Blumer. Bis am 11. November bleibt alles noch wie gehabt.

Die Ortsgemeinde Thal sucht entsprechend einen neuen Pächter für den Betrieb. Interessenten gebe es bereits, man suche aber vor allem einen langfristigen Pächter und keine Zwischenlösung, sagt Harald Dornbierer von der Ortsgemeinde.