Budget-Party im noblen «Einstein»

Das kann heiter werden: Tausend junge Erwachsene feiern, trinken und tanzen im Kongressgebäude des Hotels Einstein. Laut und ausgelassen und bis tief in die Nacht, wie es derzeit rund um die Olma geschieht.

Sebastian Schneider
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Im «Einstein» findet die nächste M-Budget-Party statt. (Bild: Urs Bucher)

Im «Einstein» findet die nächste M-Budget-Party statt. (Bild: Urs Bucher)

Das kann heiter werden: Tausend junge Erwachsene feiern, trinken und tanzen im Kongressgebäude des Hotels Einstein. Laut und ausgelassen und bis tief in die Nacht, wie es derzeit rund um die Olma geschieht. Zur Party mit DJs und einer Liveband im gehobenen «Einstein» lädt aber nicht etwa ein Wirtschaftsverband, sondern die Migros. Dabei bewirbt das Warenhaus nicht seine teuren Sélection-Produkte, sondern jene aus dem Billigsortiment von M-Budget und veranstaltet dazu nach fünfjährigem Unterbruch wieder eine Budget-Party.

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St. Gallen macht am 2. November den Anfang, dann zieht die Partyreihe weiter ins Mittelland und lässt Feste in den teuersten Hotels der jeweiligen Städte steigen: Dolder in Zürich, Palace in Luzern und Lausanne, Les trois Rois in Basel. M-Budget will diesmal also ganz dick auftragen und buchte die besten Adressen für teures Übernachten. Doch wie lassen sich Hotels mit Perserteppichen, Porzellangeschirr und überhaupt wertvoller Einrichtung dazu überreden, Hunderte Gäste aus dem «Fussvolk» zu einer M-Budget-Party zu laden? «Es gibt kein Saufgelage», stellt Reto Konrad, Marketingmanager des Hotels Einstein, klar. Vielmehr soll an der Party eine «gediegene Atmosphäre» herrschen. Die Migros habe die neue Partyreihe bewusst auf teure Hotels angelegt und ein entsprechendes Konzept ausgearbeitet. Dennoch: Spricht das «Einstein» nicht eine Zielgruppe an, die mehr Geld für das gleiche Bedürfnis zahlt, wohingegen die Käufer von M-Budget-Produkten genau das Gegenteil wollen? «Falsch», heisst es von Seiten des «Einstein» wie auch der Migros.

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Hotelgäste wie auch Migros-Kunden verhielten sich heute polyvalent. «Im Warenkorb eines reichen Kunden liegen ebenso M-Budget- wie auch Sélection-Produkte», sagt Urs Bochsler, Organisator der Party. Ein gutes Produkt zu einem tiefen Preis werde von vielen geschätzt. Und diesen Grundsatz wolle die Migros an der Party aufzeigen: In gediegener Atmosphäre zahle man nur einen Franken für ein Mineral. Die Gäste müssen laut Bochsler aber nicht auf Alkohol verzichten: «Das <Einstein> wird an seiner Bar alkoholische Getränke zu Hotelpreisen anbieten.»

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