Buchladen wird liquidiert

Ende dieses Monats schliesst der Libresso Buch- und Textladen in Heiden für immer. Die Hoffnungen, das Geschäft fortan als Genossenschaft zu führen, haben sich zerschlagen.

Roger Fuchs
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Der Libresso Buch- und Textladen in Heiden schliesst Ende dieses Monats. (Bild: Johannes Wey)

Der Libresso Buch- und Textladen in Heiden schliesst Ende dieses Monats. (Bild: Johannes Wey)

HEIDEN. Die 61jährige Judith Hauptlin, die seit 15 Jahren den Libresso Buch- und Textladen in Heiden führt, will kürzertreten und die finanzielle Verantwortung für das Geschäft abgeben. Aus diesem Grund wurde im vergangenen November kommuniziert, dass der Text- und Buchladen fortan als Genossenschaft geführt werden soll. Nun kommt aber alles anders als geplant. Das angestrebte Genossenschaftskapital wäre zwar zusammengekommen, sagt Judith Hauptlin. Es hätten aber nicht genug Leute gefunden werden können, die auch bereit gewesen seien, im Vorstand mitzuwirken. «Ende August wird der Libresso-Buchladen deshalb geschlossen», sagt Judith Hauptlin. Ein ähnliches Schicksal widerfuhr der Rorschacher Buchhandlung und Papeterie zum Kornhaus. Sie schloss Ende Juni endgültig ihre Türen.

Eine Stätte der Kultur weniger

Judith Hauptlin wertet die Schliessung des Buch- und Textladens als Verlust für Heiden. Fortan gäbe es eine Stätte der Kultur und Begegnung weniger – und dies in einer Gemeinde, in der in den vergangenen Jahren schon andere Geschäfte eingegangen seien, wie das Chäslädeli, zwei Metzgereien, die Eisenwarenhandlung, einen Tante-Emma-Laden oder auch die Galerie W und das Café Kern.

Warum niemand Verantwortung in der beabsichtigten Genossenschaft übernehmen wollte, kann sich Judith Hauptlin nur schwer erklären. Eventuell hätten alle das geforderte Engagement gescheut, sagt sie und fügt an, dass das ganze Verkaufspersonal bereit gewesen wäre, unter einer neuen Trägerschaft und zu reduziertem Lohn weiterzuarbeiten.

Einer, der sich im vergangenen Jahr ebenfalls für die genossenschaftliche Lösung stark gemacht hat, ist der Heidler Franz Betschon. Leider könne man von den Leuten nicht verlangen, dass alle solche Bücherfreaks seien wie Judith Hauptlin und er, sagt Betschon. Gleichzeitig hält er fest, bereit gewesen zu sein, das Präsidium in der Genossenschaft zu übernehmen. Erfolglos verlaufen sei dagegen die Suche nach einem Finanzbuchhalter.

Schwieriges Umfeld

Fakt ist, dass der Bücherladen schon bisher in einem schwierigen Umfeld stand. Ohne treue Kundschaft und ihren Idealismus hätte er womöglich bereits früher geschlossen werden müssen, sagt Judith Hauptlin. Als besonders erschwerende Faktoren nennt sie den tiefen Eurokurs, die Aufhebung der Buchpreisbindung, das nahe Ausland, die Internetanbieter sowie Ex Libris mit seiner Billigpreispolitik».

So wird Judith Hauptlin Ende August für immer den Schlüssel beim Libresso Buch- und Textladen drehen. Danach habe sie endlich Zeit, selber zu lesen und sich mehr um ihren Garten zu kümmern. Dann werde sie sich mit literarischen Grabreden und Willkommensfeiern für Kinder ein neues Betätigungsfeld erschliessen. Gleichzeitig werde sie aber nebst der Kundschaft die vielen Begegnungen und Diskussionen vermissen.

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