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Buchental kommt nicht zur Ruhe

Nach der Demission der stellvertretenden Schulleiterin der Realschule Buchental kommt neue Kritik am Schulamt auf. Lehrkräfte fühlen sich im Stich gelassen. Der Lehrerverband macht die Schulbehörde für die Situation mitverantwortlich.
David Gadze
An der Realschule Buchental hat vor den Weihnachtsferien die stellvertretende Schulleiterin nach 20 Jahren ihr Amt niedergelegt. (Bild: Benjamin Manser)

An der Realschule Buchental hat vor den Weihnachtsferien die stellvertretende Schulleiterin nach 20 Jahren ihr Amt niedergelegt. (Bild: Benjamin Manser)

In der Realschule Buchental kehrt weiterhin keine Ruhe ein. Nachdem kurz vor den Sommerferien der Schulleiter und Anfang Dezember ein Lehrer freigestellt worden waren, ist nun auch die stellvertretende Schulleiterin «weg». Sie hat am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien nach über 20 Jahren per sofort ihr Amt niedergelegt. Die Situation an der Schule hat sich inzwischen zu einem Politikum ausgeweitet: Die Bildungskommission des Stadtparlaments wird die Ereignisse an ihrer heutigen Sitzung diskutieren (siehe Zweittext).

Lehrerverband übt Kritik

Die Stimmung im Buchental sei angespannt, sagt Gion Berther, Co-Präsident des Verbandes Lehrpersonen Sektion St. Gallen. Dies aufgrund der Ereignisse der vergangenen Monate, aber auch wegen der Art, wie die Schulbehörde mit der Situation umgegangen sei. Dadurch habe sie zur Anspannung beigetragen. «Mehrere Lehrkräfte haben sich bei uns gemeldet und uns um Hilfe gebeten, weil sie verunsichert sind und sich im Stich gelassen fühlen.» Berther kritisiert das Schulamt. Dieses habe es verpasst, die Lage zu beruhigen. «Es hätte beispielsweise eine Supervision gebraucht, um die Ereignisse aufzuarbeiten.»

Der Lehrerverband hat dem Stadtrat inzwischen ein Protestschreiben zukommen lassen. In diesem wird unter anderem der Umgang mit dem Lehrerteam bemängelt. Weitere Details will Gion Berther vorerst nicht nennen. «Wir wollen die Antwort des Stadtrats abwarten.»

Druck, Frust, Angst

Von «unhaltbaren Zuständen» und grosser Verunsicherung sprechen auch verschiedene Lehrer der Realschule Buchental, die ungenannt bleiben möchten. Es herrsche grosser Druck, Frust, ja sogar Angst – kurz: ein miserables Arbeitsklima. «Das Vertrauen ist weg», sagt einer der Lehrer – und zwar nicht nur zum Schulamt, sondern auch zur Schulleitung und zu einigen Lehrerkollegen. Es gebe Machtspiele auf allen Hierarchiestufen. «Wir brauchen Hilfe von aussen. Die Anspannung ist so gross, dass die Situation sonst eskalieren wird.»

Schulamt schaut nicht bloss zu

Er sei sich bewusst, dass es im Buchental Lehrpersonen gebe, die aufgrund der Geschehnisse Misstrauen spürten, sagt Stadtrat Markus Buschor. «Es gibt aber auch solche, die neues Vertrauen schöpfen und froh sind, dass wir das Heft in die Hand genommen haben.» Das Schulamt schaue jedenfalls nicht tatenlos zu. Es habe alle Lehrpersonen zu einem freiwilligen Gespräch eingeladen, das noch diese Woche stattfindet. Und nächste Woche finde ein obligatorischer Konvent statt. «Ausserdem bieten wir eine unabhängige professionelle Lehrerberatung an, bei der man sich jederzeit melden kann.»

Dennoch räumt der Schuldirektor ein, dass der Schulalltag im Buchental «nicht gut» sei. Den Verantwortlichen stehe ein langer Weg bevor, bis sich die Situation beruhigt haben werde. Buschor appelliert auch an die Eigeninitiative der Lehrpersonen: «Sie können dazu beitragen, dass sich die Wogen glätten.»

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