Bruno Damann ist neuer Stadtrat

Die 11 942 Stimmberechtigten hatten diesmal keine Qual der Wahl. Nach dem Rückzug von Erwin Sutter blieb eine Kampfwahl im Stadtrat aus. Nicht alle scheinen das bemerkt zu haben.

Corinne Allenspach
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GOSSAU. Im Gegensatz zu 2008 war die diesjährige Stadtratswahl für die Kandidierenden der reinste Spaziergang. Vor vier Jahren wollten nicht weniger als zwölf Kandidierende einen der fünf Sitze inklusive Stadt- und Schulpräsidium ergattern. Heuer waren es gleich viele Kandidaten wie Sitze. Trotzdem war die Stimmbeteiligung leicht höher als vor vier Jahren, übertraf aber nicht die 40 Prozent, wie sie dies 2004 tat.

Glanzvolles Resultat

Ein Glanzresultat kann Schulpräsident und Stadtrat Urs Blaser (FDP) für sich verbuchen. Bei einer Stimmbeteiligung von 37,9 Prozent legten 4088 Gossauerinnen und Gossauer für ihn ein. Das beste Resultat im Stadtrat erreichte Gaby Krapf (FDP) mit 3737 bei einer Stimmbeteiligung von 38,77 Prozent. Allgemeinpraktiker Bruno Damann (CVP) schaffte den Einzug in den Stadtrat auf Anhieb mit glanzvollen 3479 Stimmen. Er erhielt damit fast 400 Stimmen mehr als sein amtierender Parteikollege Stefan Lenherr. Gut möglich, dass Lenherr die vor wenigen Tagen bekannt gewordene Verzögerung beim Bau der neuen Stadtbibliothek einige Stimmen gekostet hat. Oder auch die Diskussionen um Fenn-Geissberg.

Fussballmatch und Wahlen

Fast 600 Stimmen mehr als noch vor vier Jahren erhielt Stadtpräsident Alex Brühwiler (parteilos). Bei einem absoluten Mehr von 1862 Stimmen und einer Stimmbeteiligung von 37 Prozent entfielen 3372 Stimmen auf ihn. Allerdings legten auch 700 Stimmberechtigte leer ein und setzten damit ein Zeichen des Protests. Für eine Einschätzung des Wahlresultats war Brühwiler gestern telefonisch nicht erreichbar.

Anders der frisch gewählte Stadtrat Bruno Damann. Für ihn standen gestern nicht nur die Wahlen im Mittelpunkt, sondern auch das Spiel des FC St. Gallen gegen Servette. Damann war dort als Teamarzt im Einsatz, musste aber keine verletzten Knie- und Handgelenke reparieren. «Für einmal durfte ich auf der Tribüne sitzen und zuschauen», sagt er. Über sein gutes Wahlergebnis freut er sich zwar, für ihn sei es aber sekundär. Lieber hätte er einen Wahlkampf gehabt, damit die Gossauerinnen und Gossauer hätten auswählen können, sagt Damann. «So mussten sie uns ja fast wählen.» Seiner Arbeit als Stadtrat schaut er mit Freude, aber auch mit «grossem Respekt» entgegen.

Erwin Sutter bleibt im Rennen

Dass heuer keine Kampfwahl im Stadtrat stattgefunden hat, scheinen nicht alle Gossauer mitbekommen zu haben. Denn obwohl Erwin Sutter (Flig) nach der überraschenden Bekanntgabe seiner Kandidatur Mitte Mai mindestens ebenso überraschend bereits Mitte Juli wieder seinen Rückzug angekündigt hatte, erhielt er beachtlich viele Stimmen. Nämlich 1316. Ein Grund könnte sein, dass sein Rückzug tatsächlich nicht allen bekannt war. Oder haben die Gossauer gedacht, wenn der 54jährige Sekundarlehrer erst einmal als Stadtrat gewählt ist, werde er es sich vielleicht doch nochmals überlegen? Oder handelt es sich bei den 1316 Stimmen einfach um Proteststimmen? Wie auch immer, Sutter dürfte sich gefreut haben.