Brunnen steht genau am richtigen Platz

Lämmler-Brunnen: Schicksal offen Ausgabe vom 9. September 2014

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Der Lämmler-Brunnen auf dem Bahnhofplatz gibt immer noch zu reden. Er soll wegen einer Bushaltestelle und vor allem wegen des geplanten Teiches vom jetzigen Standort verschwinden. Auf den Teich kann man wohl eher verzichten als auf den Brunnen. Der Teich teilt den Platz fast auf die ganze Länge in zwei halbe Plätze und ist trockenen Fusses nicht überschreitbar. Er wird in kurzer Zeit eine Kloake sein, in die man Zigarettenstummel, Papierfetzen, leere Flaschen, Dosen und weiteren Unrat wirft. Vor der Grösse des Brunnens hat jedermann mehr Respekt als vor einem dreckigen Teich.

Ich habe mir das Modell des neuen Bahnhofplatzes im 4. Stock im Treppenhaus des Amtshauses angeschaut. Dort kann man gut erkennen, dass die vier Bäume an der Kornhausstrasse gegenüber dem Geschäftshaus Markwalder gefällt werden und der Pavillon der VBSG endlich verschwindet (ich habe diesen Pavillon schon vor etwa 40 Jahren im Stadtparlament bekämpft; leider vergeblich). Das gibt Raum für einen neuen Standort auf dem alten Platz. Man muss den Lämmler-Brunnen nur einige Meter Richtung Bahnhof verschieben, um der Bushaltestelle genügend Platz zu schaffen, und grossherzig auf die etwas absurde stadtplanerische Idee eines Teiches verzichten. Blumen wären schöner, oder Sitzbänke, wo man ausruhen und dem lebhaften Verkehr zuschauen kann.

Wann endlich wird Stadträtin Adam das Erbe ihrer Vorgängerin ausschlagen und bekanntgeben, dass der Brunnen auf dem Bahnhofplatz bleibt?

Um festzustellen, dass ein Brunnen am heutigen Standort bleibt, dazu braucht es keine Kommission, kein Parlament, keine Chefbeamten und nicht einmal einen Stadtratsbeschluss. Es gibt keinen besseren Standort für diesen Brunnen und einen schlechteren Standort darf man nicht in Betracht ziehen.

Gallus Gmür

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