Brot backen wie vor 150 Jahren

Eine 150 Jahre alte Bäckerei aus Walenstadt ist bis Ende Juni in der Hiob Brockenstube in Wittenbach ausgestellt. Danach wird das Kulturgut in Teufen wieder in Betrieb genommen.

Michael Juon
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Ursula Zeltner hinter dem Tresen der 150 Jahre alten Bäckerei. (Bild: Michael Juon)

Ursula Zeltner hinter dem Tresen der 150 Jahre alten Bäckerei. (Bild: Michael Juon)

WITTENBACH. Die vielen Schubladen auf der Rückseite des weissen Tresen haben Griffe aus Porzellan. Auf ihm stehen zwei grosse, altertümliche Waagen. Dahinter steht ein Brotgestell, darauf Guezlibüchsen und ein Verpackungskarton mit der Aufschrift «Maggi». Daneben eine Wanduhr. «Das gesamte Mobiliar im Jugendstil, die Werkzeuge und die Utensilien sind original», sagt Ursula Zeltner, Leiterin der Hiob Brockenstube in Wittenbach.

Etwa die roten Papiertüten, die Teigwanne, die Schürzen oder die Schüssel, mit der der Bäcker das Brot aus dem Ofen holte.

1860 in Walenstadt eröffnet

Vor 150 Jahren wurde die Bäckerei im st. gallischen Walenstadt eröffnet. Sieben Generationen der Familie Gubser führten sie, bevor sie den Betrieb 1970 einstellte. Ursula Zeltner kennt eine Anekdote über die Bäckerei: «In Walenstadt befand sich in der Nähe der Backstube eine Kaserne. Während des Zweiten Weltkriegs backten die Soldaten dort rund um die Uhr Brote für die Kaserne.»

Antonia Gubser schenkte die familieneigene Bäckerei der Hiob Brockenstube in Wittenbach. Ihre Bedingung: Das Kulturgut soll nicht aufgeteilt, sondern erhalten bleiben.

Bäckerei bald wieder in Betrieb

Am kommenden Dienstag geht die Bäckerei an Anita und Chläus Dörig von der Erlebnis Waldegg AG in Teufen. «Sie integrieren die Bäckerei binnen eines Jahres in einen neuen Anbau für ihren Gastronomiebetrieb», sagt Ursula Zeltner.

In der Waldegg entstehe so neben dem Restaurant Schnuggebock und dem «Tante Emmas» Laden eine Bäckerei, in der Brot gebacken wird wie anno dazumal.

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