Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Brenzlige Momente in der Kirche

Schon wieder hat es in einer St. Galler Kirche gebrannt. Diesmal in der katholischen Kirche Peter und Paul in Rotmonten. Die Polizei geht auch bei diesem Vorfall von Brandstiftung aus. Kirchenvertreter sind ratlos.
Elisabeth Reisp
In der Kirche Peter und Paul in Rotmonten hat es gebrannt. (Bild: Hannes Thalmann)

In der Kirche Peter und Paul in Rotmonten hat es gebrannt. (Bild: Hannes Thalmann)

Am Sonntag hat es in der Kirche Peter und Paul in Rotmonten gebrannt. Ein alter Weidestamm glimmte in der Kirche, was gemäss Kantonspolizei nur durch Fremdeinwirkung möglich war. Der Stamm wird zu Dekorationszwecken verwendet, etwa an Weihnachten. Wenn er nicht benötigt wird, liegt er in einer Senke hinten im Chorraum. «Da die Kirche zu grossen Teilen aus Beton besteht, konnte sich der Brand nicht ausweiten», sagt Vreni Ammann, Pfarreibeauftragte der katholischen Kirche Rotmonten.

Der Aushilfsmessmer – der verantwortliche Messmer weilt derzeit in den Ferien – hat bei seiner Abendrunde den Brand bemerkt und konnte ihm mit dem Feuerlöscher Herr werden. Die Feuerwehr sei ebenfalls aufgeboten worden, sagt Ammann. Sie musste allerdings nur noch den Rauch rausblasen. Wie hoch der Schaden ist, kann die Kantonspolizei noch nicht abschätzen. Wegen des Rauches könnte er beträchtlich ausfallen.

Ein Täter in Gewahrsam

Da der Mottbrand glimpflich verlaufen ist, wäre er nicht weiter erwähnenswert, ginge die Kantonspolizei nicht von einer Brandstiftung aus. Es wäre die zweite Brandstiftung innerhalb von drei Wochen in einer Kirche auf Stadtgebiet. Bereits am 21. Juni ist in der Kathedrale ein Feuer ausgebrochen. Zu Schaden kam ein wertvoller Beichtstuhl aus dem 18. Jahrhundert. Später konnte die Kantonspolizei einen Verdächtigen in Gewahrsam nehmen. Es handelt sich um einen 51jährigen Mann, der psychisch angeschlagen ist. Nach wie vor ist er nicht auf freiem Fuss. Es kann also nicht vom selben Täter ausgegangen werden.

In einer Flawiler Kirche wurden vor ein paar Wochen ebenfalls Feuer gelegt. Zu dieser Tat haben sich später zwei 14jährige Mädchen schuldig bekannt, die zuvor im zürcherischen Oberglatt ein Feuer in der Kirche entfachten.

Erste Fälle seit über 13 Jahren

Auch wenn es sich um verschiedene Täter handelt, die aus dem Nichts aufgetretene Serie von Brandstiftungen in den Gotteshäusern führt bei Vertretern der Kirchgemeinden zu einem mulmigen Gefühl.

Präsident des katholischen Kirchenverwaltungsrates ist Armin Bossart. «Eine ungute Sache», kommentiert er den letzten Vorfall in der Kirche Rotmonten. Er habe das Gespräch mit dem Liegenschaftsverwalter der Kirchgemeinde St. Gallen gesucht. Dieser habe ihm versichert, in den 13 Jahren, die er dieses Amt innehabe, seien dies die ersten Brandstiftungen.

Kirchen sollen offen bleiben

Die katholischen Kirchen stünden, was den Feuerschutz betreffe, gut da, sagt Armin Bossart. «Vor fünf Jahren haben wir mit der Feuerwehr durch sämtliche Kirchen Rundgänge gemacht und diverse Vorkehrungen getroffen.» So seien etwa Trockenlöschleitungen in den Dachstühlen verlegt worden. Weitere Massnahmen zu ergreifen, sei schwierig. «Es besteht ein erheblicher Zielkonflikt zwischen Risikoeindämmung und der Tradition der offenen Türen von katholischen Kirchen», sagt Bossart. «Wir müssen jetzt mit der Kantonspolizei zusammensitzen und die Sache beraten und nach Lösungen suchen.»

Bei der Katholische Kirchgemeinde St. Gallen ist man sich also eines gewissen Handlungsbedarfs gewahr. Rigorose Massnahmen wollen die einzelnen Pfarreien aber nicht ergreifen. Vreni Ammann: «Wir lassen unsere Kirche trotzdem offen. Allenfalls werden wir aber nur noch den Haupteingang offen lassen und die Nebeneingänge schliessen.» Auch die Türen der Kathedrale sollen für jedermann offen bleiben. «Die Kathedrale ist einerseits dank vieler Besucher immer belebt, und es sind auch immer zwei Messmer im Dienst», sagt Sabine Rüthemann, Sprecherin des Bistums St. Gallen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.