Brennende Bäume, gefährliche Eiszapfen

Langweilig wurde es der Feuerwehr der Stadt St. Gallen wegen umgestürzter Bäume und Eiszapfen nicht. Trotzdem blickt sie auf eine ruhige Festtagszeit zurück. Die Gefahr sei aber noch nicht gebannt, sagt ein Feuerwehrmann.

Janique Weder
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Die Feuerwehr rückte zweimal wegen brennender Christbäume aus. (Archivbild: ky/Walter Bieri)

Die Feuerwehr rückte zweimal wegen brennender Christbäume aus. (Archivbild: ky/Walter Bieri)

19 Einsätze in zwölf Tagen. So präsentiert sich die Bilanz der Feuerwehr der Stadt St. Gallen im Zeitraum vom 24. Dezember bis zum 4. Januar. Das ist im Durchschnitt mehr als ein Einsatz pro Tag. Besinnliche Festtage stellen sich die meisten anders vor. Nicht so die Feuerwehrleute. Trotz des vielen Schnees und der weihnachtlichen Gefahr durch Kerzen, Christbäume und Lichterketten sagt Bereitschaftsdienstoffizier Melchior Rüdlinger: «Für uns war es ein ruhiges Jahresende.» Etwas Herausragendes habe sich nicht ereignet, Rüdlinger spricht von «Bagatelleinsätzen». Die Feuerwehr habe nicht zusätzlich Leute aufbieten müssen. «Erst wenn Dienstfreie oder Milizfeuerwehrleute ausrücken müssen, wird es richtig hektisch.»

Weihnachten wirkt nach

So haben in der Stadt über die Festtage gerade einmal zwei Christbäume gebrannt. Das verwundert Rüdlinger nicht. «Erfahrungsgemäss brennen die meisten Christbäume nicht über Weihnachten», sagt er, «sondern jetzt.» Nach zwei Wochen in der geheizten Stube sind viele Bäume nun dürr. «Wir empfehlen daher, die Christbaumkerzen jetzt nicht mehr anzuzünden», sagt Rüdlinger.

Aus Lift befreit

Nebst diesen beiden kleineren Bränden rückten die Feuerwehrleute sechsmal wegen Wasserschäden in Kellern aus. In zwei Fällen musste die Feuerwehr umgestürzte Bäume aus dem Weg räumen, in drei hatten Brandmelder Alarm ausgelöst, ohne dass ein Einsatz nötig war.

Einmal musste die Feuerwehr eine Person aus einem steckengebliebenen Lift befreien, ein andermal erhielt der Rettungsdienst Unterstützung bei der Rettung einer Person. Ausserdem rückten die Feuerwehrleute einmal für einen technischen Einsatz aus und befreiten in zwei Fällen Gebäude von Schnee und Eiszapfen, die herunterzufallen drohten. «In der Fussgängerzone kann das gefährlich werden», sagt Rüdlinger.

Als «grösseren Einsatz» bezeichnet der Offizier den Vorfall an der Langgasse am 24. Dezember (Ausgabe vom 27. Dezember). Weil Gas ausgetreten war, musste ein Mehrfamilienhaus evakuiert werden, neun Personen wurden zur Kontrolle ins Spital gebracht.

Auch an Silvester stand die Feuerwehr im Einsatz: Auf und um den Klosterplatz, wo rund 4500 Personen den Jahreswechsel feierten. 13 Leute der Milizfeuerwehr haben die Kathedrale und die umliegenden Gebäude vor Raketen und explodierenden Böllern geschützt.

Im Depot wird gekocht

Elf Feuerwehrleute standen täglich im Depot an der Notkerstrasse in Bereitschaft. Das ist gleich viel wie an einem normalen Tag. Nur etwas wollte so gar nicht ins Bild passen: kochende Feuerwehrleute. «An Weihnachten und Silvester gibt es auch bei uns ein Festtagsmenu», sagt Rüdlinger.