Braunwalder dreht den Hahn zu

Untereggens langjähriger kompetenter Wasserwart, Peter Braunwalder, gibt sein Amt Ende Juni auf. Die politische Entwicklung der Gemeinde hat ihn zu dieser Entscheidung bewogen. Nun hofft er auf eine passende Nachfolgelösung.

Daniela Huber-Mühleis
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Peter Braunwalder war 16 Jahre als Wasserwart für die Gemeinde Untereggen tätig. (Bild: Daniela Huber-Mühleis)

Peter Braunwalder war 16 Jahre als Wasserwart für die Gemeinde Untereggen tätig. (Bild: Daniela Huber-Mühleis)

UNTEREGGEN. Ein täglicher Handgriff am Wasserhahn, und das kalte oder warme Nass sprudelt. Immer! Und mit Bestimmtheit immer sauber. Diese, für die Unteregger selbstverständliche Dienstleistung verdanken die Bewohner vor allem dem Wasserwart Peter Braunwalder, der auf Ende Juni sein Amt zur Verfügung stellt.

Gewissenhafte Tätigkeit

Der 53jährige Familienvater wurde 1993 vom damaligen Gemeinderat zum Wasserwart-Stellvertreter gewählt. 1999 löste er seinen Vorgänger ab und nahm gleichzeitig Einsitz in der Wasserversorgungskommission. Seither trägt Peter Braunwalder die alleinige Verantwortung, dass der Bevölkerung allzeit Wasser in guter Qualität und genügender Menge zur Verfügung steht. Zum Wohl der Allgemeinheit führt er seit 16 Jahren von der Bevölkerung fast unbemerkt gewissenhaft seine Arbeiten aus. Ob am späten Abend oder in den frühen Morgenstunden, mitten in einem Werk- oder Feiertag: Peter Braunwalder ist für sein Amt immer abkömmlich. Er reinigt Fassungsschächte, Reservoir und Pumpwerk, kümmert sich um die Wasseraufbereitung und nimmt Wasserproben. Er überwacht zuverlässig das ganze Versorgungsnetz und kontrolliert, ob genügend Löschreserven für den Brandfall vorhanden sind. Dazu gehört auch die Hydrantenfunktionskontrolle.

Weiterbildung und Erfahrungen

Wasser untersteht in der Schweiz dem Lebensmittelgesetz und muss den Anforderungen der Volksgesundheit entsprechen. Peter Braunwalders diesbezügliche Dokumentationen sowie die Anlagen werden deshalb alle vier Jahre vom Kantonalen Amt für Lebensmittel geprüft. Diese Arbeiten werden von ihm in einem 20-Stellenprozent-Pensum ausgeführt. Ergänzend zu seiner hauptberuflichen Tätigkeit als VBSG Busfahrer.

«Ich musste mir ein breites Wissen über Trinkwasser, Geologie und Natur aneignen, um dieses Amt überhaupt ausführen zu können», sagt Peter Braunwalder auf die Frage, welche Voraussetzungen für diese Arbeiten notwendig sind. «Man muss sich auch in Verordnungen einlesen, den Grundkurs Wasserwart und Trinkwasserhygiene in Hausinstallationen absolvieren, Tagungen und nicht zuletzt die jährlichen Weiterbildungskurse des Brunnenmeisterverbandes in Sursee besuchen», ergänzt er.

Positive und negative Seiten

In positiver Erinnerung bleiben ihm das Aufgleisen von Sanierungen und die Projektarbeiten mit dem Ingenieur sowie die gute Zusammenarbeit mit Bauamtsmitarbeiter Thomas Bischof. Rückblickend freut er sich auch, dass er den Rückhalt und das Vertrauen von einem Grossteil der Bevölkerung erfahren durfte. Dass ihn seine Frau Monika oft entbehren musste, sich darüber aber nie beklagte, gehört ebenfalls zu erfreulichen Erinnerungen. «Leider ist es aber nicht gelungen, die beste Quelle Schranztobel im Gebiet obere Halden Hinterhof neu zu fassen», sinniert Peter Braunwalder über diese Enttäuschung. Auch musste er sich mit Streitigkeiten rund um die Durchsetzung der Gesetze befassen.

Fortschritt und Rücktritt

«Die Kompetenz des Wasserwarts hat sich um ein Vielfaches erhöht», erklärt Peter Braunwalder. «Die Analytik in den Wasserproben wird immer genauer, neue Parameter werden untersucht. Vorschriften werden verschärft und neue Auflagen gemacht», fügt er bei. Auch die Elektronik hat bei der Wasserversorgung Einzug gehalten. Peter Braunwalder gibt sein Amt ungern auf. Doch die politische Entwicklung von Untereggen im vergangenen Jahr hat ihn zu diesem Schritt bewogen. «Für mich stimmt vieles nicht mehr», bedauert er und macht keinen Hehl daraus, dass es ihn nachdenklich macht, dass es dem Gemeinderat nicht gelungen ist, trotz eines Zeitfensters von sechs Monaten die Nachfolge zu regeln.

Eine geordnete Übergabe sei deshalb fast unmöglich. «Eine Wasserversorgung übernimmt man nicht in einem Tag. So geht leider viel Kompetenz und Wissen verloren», sagt er überzeugt und hofft, dass für das Dorf doch noch eine passende Lösung gefunden werden kann, die finanziell tragbar ist. Sein Rücktritt, so der Tenor in Untereggen, ist ein herber Verlust.