Brandruine im sechsten Jahr weg?

Für den Wiederaufbau des 2008 ausgebrannten Hauses Wanne hat die Ortsbürgergemeinde Rorschach ein weiteres Projekt. Mit Aussicht auf eine Bewilligung vom Kanton liegt dieses endlich als Baugesuch auf.

Fritz Bichsel
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Als das Haus Wanne mit angebautem Stall 2008 ausbrannte, ahnte niemand, dass die Ruine sechs Jahre lang stehen bleiben wird. (Bild: kapo)

Als das Haus Wanne mit angebautem Stall 2008 ausbrannte, ahnte niemand, dass die Ruine sechs Jahre lang stehen bleiben wird. (Bild: kapo)

RORSCHACHERBERG. Anstelle des kleinen Wohnhauses mit angebautem Stall ist ein Neubau mit 30 Prozent mehr Geschossfläche geplant: Der Wohnteil mit Wohnen/Essen im Erdgeschoss und drei Zimmern im Obergeschoss, der Anbau neu als Remise.

Das ist ein Kompromiss nach fünf Jahren Hin und Her zwischen der Ortsbürgergemeinde Rorschach als Eigentümerin und dem kantonalen Amt für Raumentwicklung und Geoinformation (Areg) als Behörde für Bauten ausserhalb der Bauzone.

Mehrere Projekte abgelehnt

Solche Bauten haben eine Bestandesgarantie. Die Eigentümer dürfen sie beschränkt ausbauen und bei Bedarf wiederaufbauen. Nach der Zerstörung durch den Brand im April 2008 strebte der Bürgerrat ein neues Gebäude in etwas anderer Form an – aus zwei Hauptgründen: Eine so kleine Wohnung ist nicht mehr gefragt und ein Stall überflüssig, weil der kleine Bauernhof keine Existenz mehr bietet. Ziel war deshalb besonders ein grösserer Wohnanteil. «Dafür müssen Rahmenbedingungen erfüllt sein, diese sind aber nicht definiert», sagt Bürgerratspräsident Hermann Fuhrimann. «Anstelle klarer Vorgaben forderte uns das Areg auf, ein Projekt zur Prüfung einzureichen.»

Doch die Brandruine blieb. Jahr für Jahr berichtete der Rat den Ortsbürgern, es gebe noch keine Lösung. «Wir blitzten mit mehreren Projekten ab», erklärt Fuhrimann dieses unverständlich lange Verfahren. Bewilligungsfähig erscheint das neueste Projekt, das jetzt im Gemeindehaus Rorschacherberg aufliegt. Der Wohnteil ist grösser – mit rund 90 Quadratmetern Wohnfläche aber immer noch bescheiden – und die Remise anstelle des Stalls breiter.

«Ich träume von Mitte 2015»

Die Ortsbürgergemeinde will diese kleine Liegenschaft ab ihrem angrenzenden Bauernhof Ebnet beim Wannenweiher bewirtschaften lassen, die Remise zum Einstellen von Fahrzeugen oder Maschinen nutzen und das Wohnhaus wieder vermieten.

Zum weiteren Vorgehen sagt Hermann Fuhrimann: «Ich träume, dass es keine Einsprachen gibt, das Areg diesmal zustimmt und wir folgenden Terminplan einhalten können: April 2014 Entscheid über den Baukredit an der Ortsbürgerversammlung, vor August 2014 Schandfleck beseitigt und Baubeginn, Mitte 2015 Bezug.»