BRANDKATASTROPHE: Schwarzer Tag fürs Städtli

Der verheerende Brand im Rheinecker Hotel Hecht jährt sich zum 60. Mal. Chronist Max Müller aus Thal erinnert sich.

Peter Eggenberger
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Zahlreiche Schaulustige bedauerten vor 60 Jahren die Zerstörung des Hotels «Hecht.» (Bild: Max Müller/Archiv)

Zahlreiche Schaulustige bedauerten vor 60 Jahren die Zerstörung des Hotels «Hecht.» (Bild: Max Müller/Archiv)

Peter Eggenberger

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Am frühen Sonntagmorgen vom 27. Januar 1957 fiel das Hotel Hecht in Rheineck einer Brandkatastrophe zum Opfer. Zahlreiche Schaulustige nahmen mit Wehmut vom traditionsreichen Haus Abschied. Chronist Max Müller, Thal, erinnert sich an Rheinecks schwarzen Tag. In seinen historischen Notizen hat er den Brand folgendermassen festgehalten: «Am 27. Januar 1957 wurde das Feuer um 6 Uhr morgens entdeckt. Der Brand breitete sich rasch aus, und zwei obere Stockwerke wurden zerstört. Als Brandursache wurde ein Kurzschluss im Estrich vermutet. Der Saalanbau blieb glücklicherweise vom Feuer verschont.»

Auch die Zeitungen, der «Allgemeine Anzeiger» in Rheineck und der «Wächter am Rhein» in St. Margrethen, thematisierten damals diese Brand- katastrophe. «Nach der frohen Operettenaufführung ‹Gschichtn aus dem Wienerwald› am Samstag erfolgte am frühen Sonntag der Brandausbruch. Ein Hotelgast konnte noch rechtzeitig flüchten. Als die Feuerwehr daraufhin alle Zimmer absuchte, waren diese glücklicherweise leer. Die beliebte Hotelierfamilie Stark wurde angesichts des grossen Unglücks zutiefst bedauert.»

Das Leben im Saal ging weiter

Das Leben im intakt gebliebenen Saal ging weiter, und im ersten Quartal 1957 fanden Veranstaltungen wie eine Filmvorführung des kaufmännischen Vereins, die Jubiläumsveranstaltung «50 Jahre Darlehenskasse Rheineck» sowie der grosse Maskenball statt. Die Stadt Rheineck als «Hecht»-Eigentümerin seit 1951 liess die Brandruine abbrechen und durch einen Neubau ersetzen. Heute wird das auf den neuesten Stand gebrachte Hotel-Restaurant von Urs und Gabriele Majer geführt. Mit ihrem engagierten Wirken haben sie ein neues Kapitel in der wechselvollen «Hecht»-Geschichte aufgeschlagen.