BRANDFALL: Den Ernstfall proben

Die Feuerwehren Horn, Goldach und Steinach haben am Freitagabend ihre gemeinsame Schlussübung gehalten. Das Vertrauen zum Kameraden ist hier unabdingbar.

Ramona Riedener
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Spektakulär für Zuschauer: Am Freitag probten drei Feuerwehren den Ernstfall. (Bild: Ramona Riedener)

Spektakulär für Zuschauer: Am Freitag probten drei Feuerwehren den Ernstfall. (Bild: Ramona Riedener)

Ramona Riedener

ramona.riedener@tagblatt.ch

Bereits zum dritten Mal schlossen die Feuerwehren Horn, Goldach und Steinach ihr Übungsjahr mit einer gemeinsamen Hauptübung ab. Als Übungsobjekt diente die Firma Sabo AG in Horn. Der Hauptzweck der Übung war die Zusammenarbeit.

Sieben Minuten nach Alarmeingang, etwas verzögert durch die erschwerte Verkehrslage, ist die zuständige Feuerwehr Horn mit ihren beiden Löschzügen, der Sanitäts- und Verkehrsgruppe samt Tanklöschfahrzeug und ­Material am Einsatzort. Nur drei Minuten später folgen die Feuerwehren aus Goldach und Stein­ach, welche durch die Kommandozentrale zur Unterstützung der ortseigenen Feuerwehr aufgeboten wurden.

Lastwagen gerät unter der Brücke in Flammen

Unter der Übungsleitung von Pascal Vetsch und der Einsatz­leitung von Marcel Kurz stehen rund 120 Fachkräfte im Einsatz. Auf dem Sabo-Areal, unter der Brücke zwischen Silo und Gebäuden, hat ein Lastwagen Feuer gefangen – so die Übungssituation. Bald schon ist der Brand auf die beiden nahestehenden Gebäude übergegangen. Als eingespieltes Team trainieren die Einsatzkräfte den Ernstfall. Dieses Mal ist es nur eine Übung und sie sollte für die Zuschauer, ehemalige Einsatzkräfte, Delegierte und Gäste, etwas spektakulär sein.

Für Action sorgen die Löschzüge mit einer Wassershow, als sie von verschiedenen Seiten grosszügig auf den imaginären Brandherd einwirken. Mit dem Hubretter werden zwei verletzte Personen aus schwindelerregender Höhe gerettet und von der ­Sanitätsgruppe in fürsorgliche Obhut genommen. Fast gespenstisch wirken die Szenen der verschiedenen Einsatzgruppen in der Dunkelheit des regnerischen Abends. Wo es im Ernstfall auf ­jeden Einzelnen ankommt und die eingespielte Zusammenarbeit über Leben und Tod entscheiden kann, muss man sich aufeinander verlassen können.

Im Feuerwehrdepot Goldach nutzte Willi Frischknecht, Kommandant der Feuerwehr Horn, nach der Übung die Gelegenheit, einen Rückblick auf das vergangene Jahr zu werfen. Sabrina Forster ist die erste Frau der Feuerwehr Horn und auch eine der ersten Frauen im Kanton, die den Dienstgrad des Oberleutnants bekleidet. Die 35-jährige Vizekommandantin wollte Feuerwehrdienst machen und liess sich auch von fehlenden sanitären Anlagen im Feuerwehrdepot Horn nicht abhalten. Heute zweifelt niemand mehr an der Diensttauglichkeit der Frauen. Inzwischen haben ausserdem drei weitere Frauen den Weg in die Feuerwehr Horn gefunden.