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BOXEN: «Zino, hau ihn um!»

Der Profikampf zwischen Zino Meuli aus Horn und dem Bulgaren Angel Emilov ist der Höhepunkt des Box-Meetings in der alten Kreuzbleiche. Der Schweizer gewinnt nach Punkten.
Philipp Wolf
Zino Meuli (rechts) im Kampf gegen Angel Emilov. (Bild: Michel Canonica)

Zino Meuli (rechts) im Kampf gegen Angel Emilov. (Bild: Michel Canonica)

Philipp Wolf

philipp.wolf@tagblatt.ch

Irgendwann mitten im Profikampf des Lokalmatadors Zino Meuli wurde es besonders laut in der alten Kreuzbleiche. Als der 25-Jährige aus Horn gegen den Bulgaren Angel Emilov in der fünften Runde einen satten Treffer landete, rief das Pubikum «Zino, Zino, Zino». Meulis Kampf war der letzte an diesem Abend und zweifellos der Höhepunkt dieses Box-Meetings.

Die Atmosphäre in der Halle war schon vor Meulis Auftritt stimmungsvoll. Bereits die Amateurkämpfe wurden lautstark von den zahlreichen Zuschauern begleitet. Allen voran die Boxer des heimischen Boxclubs Sportring St. Gallen wurden immer und immer wieder mit Sprechchören angefeuert. Als der letzte Amateurkampf beendet war, zog es einen Grossteil der Anwesenden aus der warmen Halle hinaus an die frische kühle Abendluft.

Prächtige Stimmung und zahlreiche Zuschauer

So bot sich drinnen ein Anblick von mit leeren Bierflaschen zugestellten Festbänken. Und es gelang den einen oder anderen Blick in die Kabinen der Boxer zu erhaschen – es gab eine Kabine für die blaue Ecke und eine für die rote. Die Stimmung rund um die Kämpfe erinnerte zeitweise an ein Grümpelturnier. Überall wurde zwischen den Kämpfen und den einzelnen Runden von den Zuschauern gefachsimpelt und analysiert. All dies bei dem einen oder anderen Bier.

Um circa 22.30 Uhr war es dann so weit: Der Höhepunkt stand an. Zu diesem Zeitpunkt war die alte Kreuzbleiche längst wieder rappelvoll. Rund 250 bis 300 Zuschauer wollten sich den Kampf zwischen Meuli, Mitglied des BC Sportring St. Gallen, und dem 25-jährigen Osteuropäer Emilov nicht entgehen lassen. Es lag Spannung in der Luft, als die beiden Profiboxer angekündigt wurden. Das Einlaufen Meulis wurde von lauten «Zino, Zino, Zino»-Rufen begleitet. Sein Einlauf-Song war kaum zu hören. Auf den ersten Blick schien der 25-Jährige gegenüber dem Bulgaren ein bisschen weniger muskulös, dafür aber athletischer.

Der Kampf begann, und von da an war es höchstens in den kurzen Pausen zwischen den insgesamt sechs Runden ab und zu ein wenig ruhig. Meuli huldigende Sprechchöre wechselten sich ab mit taktischen Anweisungen einzelner Zuschauer: «Zino, hau ihn um, Zino, hau ihn um!» Dann wieder: «Distanz Junge; geh auf Distanz!» Nur selten hörte man die Schläge die man mit ansah, das dumpfe Klatschen der Kunststoffhandschuhe auf die nackte Haut.

Ein Sieg nach Punkten und ein glücklicher Zuschauer

Es entwickelte sich kein spektakulärer Kampf, intensiv war er jedoch allemal. Was dem Kampf an Spektakel fehlte, machte das Publikum wett: «Der gehört dir, Zino!», «Zino, hau ihn um, Zino, hau ihn um!». Praktisch von Beginn an schien der Einheimische leicht im Vorteil. Er wirkte in jeder drei Minuten dauernden Runden flinker als sein Gegner. Und wenn Meuli auch manchmal etwas ungestüm angriff, so suchte er immerhin meistens die Offensive. Je länger der Kampf dauerte und man begann, den beiden Athleten eine gewisse Erschöpfung anzusehen, desto öfter hörte man die Rufe eines einzelnen, etwas vorlauten Zuschauers: «Distanz Junge, Distanz! Vermeide den Infight, vermeide den Infight!» Damit war wohl gemeint, Meuli solle sich nicht auf eine Keilerei auf kleinstem Raum einlassen, sondern auf Distanz bleiben und auf seine Möglichkeiten warten.

Dieser beherzigte die Anweisungen zum Leidwesen des Zuschauers mal mehr, mal weniger. Am Ende spielte es keine Rolle mehr: Meuli gewann den Kampf nach Punkten, alle drei Kampfrichter hatten den Ostschweizer besser bewertet als den Bulgaren. Und so war Meuli glücklich, der Zuschauer war glücklich und das Publikum war glücklich: «Zino, Zino, Zino.»

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