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Botanischer Garten im Zugzwang

Der Botanische Garten erhält mit dem Naturmuseum einen neuen Nachbarn. Um neben dem modernen Gebäude nicht veraltet zu wirken, wurde der Garten renoviert. Und es gibt eine neue Ausstellung.
Christoph Renn
Hanspeter Schumacher, Leiter des Botanischen Gartens, zeigt den Ast einer Eiche im herbstlichen Kleid. (Bild: Ralph Ribi)

Hanspeter Schumacher, Leiter des Botanischen Gartens, zeigt den Ast einer Eiche im herbstlichen Kleid. (Bild: Ralph Ribi)

Die Bäume in ein anderes Licht rücken: Diesen Anspruch hat die neue Ausstellung «Einheimische Gehölze im Winterzustand» im Botanischen Garten. Anhand von 68 Ästen soll den Besuchern gezeigt werden, wie einheimische Bäume in den kalten Monaten aussehen und sich gegen die tiefen Temperaturen rüsten. Eröffnung ist am 12. November – am selben Tag wie die Eröffnung des Naturmuseums, das neu nur noch wenige Gehminuten vom Botanischen Garten entfernt liegt. «Diesen Zeitpunkt haben wir natürlich nicht per Zufall gewählt», sagt Hanspeter Schumacher, Leiter des Botanischen Gartens. «Wir hoffen, dass die Leute zwischen Naturmuseum und Garten zirkulieren.»

Er sehe den neuen Standort des Naturmuseums als Chance für den Botanischen Garten. «Das Gebiet wird so sozusagen zum Zentrum für Natur», sagt Schumacher. So wurde der Einladung für den Förderverein eine Broschüre des Naturmuseums beigelegt und in der Einleitung des Kataloges zur neuen Ausstellung steht ein Willkommensgruss an den neuen Nachbarn (siehe Zweittext). Gerade die beiden Direktoren haben laut Schumacher keine Berührungsängste: «Ich kenne Toni Bürgin schon seit über 20 Jahren. Wir haben auch schon etliche gemeinsame Projekte durchgeführt.» Doch möchte er solche nicht zu stark forcieren. «Es bringt nichts, wenn das Naturmuseum und der Botanische Garten immer die gleichen Schwerpunkte setzten.» Er sei sich sicher, dass die Besucher – die das Wichtigste seien – Abwechslung wollen.

«Weder veraltet noch baufällig wirken»

Schumacher freut sich zwar auf die Eröffnung des Naturmuseums im Neudorf, doch verweist er darauf, dass der Botanische Garten deshalb nicht mehr Kapazität hat als früher. Wolle er nun den Botanischen Garten erneuern, müsse er sich doppelt rechtfertigen. «Wir wollen beispielsweise unseren Schulungsraum auf 2019 ausbauen», sagt Schumacher. Es seien Stimmen laut geworden, die sagten, dass sie doch die Schulungen in Zukunft einfach in den Räumen des Naturmuseums durchführen können. «So einfach ist das aber nicht. Wir führen rund 180 Veranstaltungen pro Jahr in unseren Räumlichkeiten durch.» Und oft müsse er je nach Wetter und Gruppe flexibel sein. «Man muss sich bewusst sein, dass der Botanische Garten nun nicht einfach aufhört zu existieren.» Für die Verkehrsbetriebe St. Gallen hat er dieses jedoch bereits: Die Bus-Haltestelle wurde kurzerhand von Botanischer Garten in Naturmuseum umgetauft.

Doch kann er dem Standortwechsel des Naturmuseums bereits etwas Positives abgewinnen: Seit Gewissheit über den Neubau bestehe, habe sich das Team des Botanischen Gartens mächtig engagiert. Aus einem einfachen Grund: «Wir wollen neben dem modernen Gebäude weder veraltet noch baufällig wirken.» Deshalb wurden in den vergangenen Jahren unter anderem der Eingang neu gestaltet, die Beschilderungen gewechselt und einen Zaun um den Garten gebaut. «Als die Machbarkeitsstudie für das neue Naturmuseum gezeigt hat, dass der Standort im Neudorf der optimale ist, war mir klar, dass auch wir uns weiterentwickeln müssen.»

Eine gute Beschilderung nötig

Wie die Zusammenarbeit zwischen Naturmuseum und Botanischem Garten in Zukunft aussehen werde, müsse die Zeit zeigen. Einige Ideen schweben Schumacher jedoch bereits vor. «Wichtig ist sicherlich die gute Beschilderung.» Sei es nun vom Naturmuseum in Richtung Garten oder umgekehrt. «Zudem hoffe ich, dass auf dem Weg zwischen den beiden Standorten Tiere und Pflanzen auf den Asphalt gemalt werden», sagt Schumacher. Das würde als zusätzliche Orientierung dienen. «Der Ball liegt nun bei der Projektleitung des Naturmuseums.»

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