BOTANIK: Das Tropenhaus wird fit gemacht

Im Botanischen Garten stehen 2017 diverse Arbeiten am Tropenhaus an. Auch das Projekt eines neuen Vortragsraums soll vorangetrieben werden. Die Jahresausstellung widmet sich diesmal dem Saatgut.

Luca Ghiselli
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Ein Gärtner ersetzt die alten Epiphyten-Stämme im Tropenhaus durch neue. (Bild: Michel Canonica)

Ein Gärtner ersetzt die alten Epiphyten-Stämme im Tropenhaus durch neue. (Bild: Michel Canonica)

Luca Ghiselli

luca.ghiselli@tagblatt.ch

Während draussen die letzten Schneereste von den Beeten schmelzen, blüht es im Tropenhaus des Botanischen Gartens in voller Pracht. Damit das so bleibt, wird fleissig gearbeitet. Einige Mitarbeiter haben zwei Epiphytenstämme im Regenwald-Bereich ersetzt. Die alten Stämme waren fast 20-jährig und zeigten Abnutzungserscheinungen. Noch sind die neuen Stämme nackt, bald werden auf ihnen aber tropische Farne, Bromelien und Kakteen gepflanzt. «In der Natur wachsen diese Pflanzen in der Baumkrone. Mit den Stämmen simulieren wir diese Umgebung», sagt Hanspeter Schumacher, Leiter des Botanischen Gartens. Das Ersetzen der alten Epiphyten-Stämme ist nur eine Massnahme, um das Tropenhaus 2017 wieder auf Vordermann zu bringen. Auch einige Pflanzungen sollen erneuert werden, vor kurzem wurde zudem die Heizverteilung im Glashaus ersetzt.

«In den vergangenen Jahren haben wir den Fokus mehr aufs Freiland gelegt», sagt Schumacher. Nun sei es an der Zeit, auch im Tropenhaus einige Arbeiten auszuführen. Zudem will Schumacher den Neubau des Vortragsraums vorantreiben. Der bisherige Raum sei mit seinen 40 Quadratmetern deutlich zu klein. Der neue Raum soll doppelt so gross werden und damit in etwa die Fläche eines Schulzimmers belegen. «Bis im Sommer sollte ein Vorprojekt mit Kostenvoranschlag vorliegen», sagt Schumacher. Geplant ist, den neuen Vortragsraum 2019 in Betrieb zu nehmen.

Der Botanische Garten als Arche Noah

Die Fixpunkte im Programm des Botanischen Gartens – von der Museumsnacht über die monatlichen öffentlichen Führungen über die Botanica-Wochen – fehlen auch dieses Jahr nicht. So findet am 28. Mai das traditionelle Gartenfest statt. Es steht diesmal ganz im Zeichen des Saatguts, das auch Thema der Sonderausstellung in der Orangerie ist. Die Ausstellung wurde von der Ostschweizer Regionalgruppe der NGO Public Eye in Zusammenarbeit mit dem Botanischen Garten entwickelt. «In der Ausstellung geht es vor allem um Saatgut von Nutzpflanzen», sagt Schumacher. Dabei wird auch das Patentieren von Saatpflanzen und die damit verbundene Nahrungsknappheit in der dritten Welt angesprochen. Auch vom Aussterben bedrohte Nutzpflanzen werden gezeigt. Der Botanische Garten sei für diese Arten eine Arche Noah, sagt Schumacher. «Uns geht es nicht darum, Schwarzmalerei zu betreiben», betont Schumacher. Trotzdem sei es wichtig, auch brisante Themen anzusprechen. Parallel zur Saatgut-Ausstellung im Botanischen Garten zeigt das Naturmuseum, das seit November letzten Jahres ganz in der Nähe des Gartens steht, die Ausstellung «Wir essen die Welt». Fürchtet man im Botanischen Garten die Konkurrenz des neuen Nachbarn? «Keinesfalls», sagt Schumacher. Er tausche sich mit Toni Bürgin, dem Direktor des Naturmuseums, regelmässig aus. Bei der Ähnlichkeit der Themensetzung sei es auch denkbar, Führungen miteinander zu verbinden. «Das Naturmuseum spornt uns zusätzlich an, aktiv und attraktiv zu bleiben», sagt Schumacher.

Ans gute Resultat von 2016 anknüpfen

Am 16. Februar trifft sich der Förderverein Botanischer Garten St. Gallen zur öffentlichen Hauptversammlung im neuen Naturmuseum. Am Anlass wird nicht nur das Jahresprogramm 2017 vorgestellt, sondern auch auf 2016 zurückgeblickt. «Es war ein äusserst gutes Jahr für den Botanischen Garten,», sagt Hanspeter Schumacher. 7138 Personen haben im vergangenen Jahr an Führungen teilgenommen. Das sind über 1200 mehr als noch im Vorjahr. «Daran wollen wir 2017 anknüpfen, auch wenn wir wissen, dass dieses Ziel hoch gesteckt ist.»

Jahresprogramm im Internet: botanischergarten.stadt.sg.ch