Bösch triumphiert in Untereggen

Der Toggenburger Daniel Bösch entscheidet das Abendschwinget in Untereggen überlegen für sich. Auch der St. Galler Christian Scherer überzeugt bei seinem ersten Schwingfest nach langer Verletzungspause.

Raya Badraun
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Stimmungsvolle Kulisse beim Abendschwinget in Untereggen: Stefan Burkhalter und Daniel Bösch im Schlussgang. (Bild: Michel Canonica)

Stimmungsvolle Kulisse beim Abendschwinget in Untereggen: Stefan Burkhalter und Daniel Bösch im Schlussgang. (Bild: Michel Canonica)

SCHWINGEN. Ein kühler Wind blies am Samstag über den Schwingplatz in Untereggen. Ansonsten meinte es Petrus mit den Schwingern und 1000 Zuschauern jedoch gut. Erst nach dem Schlussgang setzte stärkerer Wind und leichter Regen ein, der im Sägemehl kleine Seen bildete. «Da hatten wir wirklich Glück», sagte Daniel Bösch kurz nach dem Wettkampf und lachte. Das Sägemehl klebte noch an seinen Kleidern und Armen, die Regentropfen vermischten sich auf seiner Stirn mit dem Schweiss. Kurz davor stand der Toggenburger im letzten Gang des Abends dem Thurgauer und eidgenössischen Kranzschwinger Stefan Burkhalter gegenüber. Diese Aufgabe ging Bösch «ruhig» an, wie er sagte. Dafür hatte der 27jährige Metzger gute Gründe.

«Auf meine Chance warten»

Einerseits hatte Bösch schon lange keinen Gang mehr gegen Burkhalter verloren. So entschied er auch die Begegnung mit dem 41jährigen Thurgauer im vierten Gang mit der Höchstnote zehn für sich. Andererseits musste Burkhalter gewinnen, um den Sieg noch nach Hause zu tragen. Bösch hingegen, der alle Gänge für sich entschieden hatte, hätte auch ein Gestellter gereicht. «Dadurch konnte ich taktieren und auf meine Chance warten», sagte Bösch. Diese packte er bereits nach 3:47 Minuten: Mittels Kurz und Nachdrücken besiegte er seinen Kontrahenten – und wurde auf die Schultern gehoben. «Mit diesem Sieg habe ich mein Ziel in Untereggen erreicht», sagte Bösch zufrieden. «Zudem gibt er mir ein gutes Gefühl für das St. Galler Kantonalschwingfest.» Dieses findet am kommenden Sonntag in Walenstadt statt.

Hinter Bösch klassierte sich auf dem zweiten Rang der Flawiler Michael Rhyner, welcher ebenfalls dem Toggenburger Schwingerverband angehört. Den dritten Rang teilten sich der Homburger Burkhalter, der Mörschwiler Fabian Rüegg, der St. Galler Christian Scherer und Martin Glaus aus Schänis.

Der lange Weg zurück

Dabei überraschte in Untereggen vor allem auch die Leistung von Scherer. Vier Siege, ein Gestellter und eine Niederlage standen am Ende auf seinem Notenblatt. Dabei hatte der St. Galler vor allem ein Ziel: «Ich wollte wissen, ob ich wieder richtig schwingen kann.» 2013 musste er aufgrund eines Kreuzbandrisses ganz aussetzen. Im vergangenen Jahr trat er zwar immer wieder an, das Knie war jedoch noch nicht ganz heil. Und so musste er sich im Winter einer zweiten Operation unterziehen. «Am Anfang war es niederschmetternd», erinnerte sich der 22-Jährige. «Der ganze Aufbau brauchte viel Geduld.» Dies hat sich nun beim Abendschwinget in Untereggen mit der guten Leistung ausgezahlt. «Mit meinem Resultat bin ich mehr als zufrieden», sagte Scherer.

Wie Bösch tritt auch er am nächsten Sonntag am St. Galler Kantonalschwingfest an. Dort hofft der Landschaftsgärtner auf einen weiteren Kranz, es wäre bereits sein dritter an einem St. Galler Kantonalschwingfest. Doch Scherer, der für den Schwingerverband St. Gallen und Umgebung antritt, hat in dieser Saison noch ein weit wichtigeres Ziel: «Ich will dieses Jahr gesund bleiben.»