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BODENSEEREGION: Trockenheit macht Bauern zu schaffen

Die vergangenen Wochen brachten dem Bodenseegebiet extrem wenig Regen. Gleichzeitig war es warm. Landwirte hoffen deshalb dringend auf Niederschlag. Ganz anders war es vor einem Jahr.
Andreas Walker
Dank warmem und trockenem Aprilwetter wurden bereits mehrere Wiesen gemäht. (Bild: Andreas Walker)

Dank warmem und trockenem Aprilwetter wurden bereits mehrere Wiesen gemäht. (Bild: Andreas Walker)

Andreas Walker

redaktionot@tagblatt.ch

«Der April macht was er will», sagt der Volksmund. Dieses Jahr bewahrheitete sich dieser Spruch mit Sicherheit nicht. Der April zeigte eine grosse Konstanz von schönem Wetter und wenig Regen. Zwar wurde am vergangenen Donnerstag das Bodenseegebiet von einer schwachen Kaltfront überquert, die etwas Regen brachte. Dieser war jedoch äusserst bescheiden. So fielen an diesem Tag in der Region lediglich 1,9 Liter Niederschlag pro Qua-dratmeter. Konkret bedeutet dies: Böden, die sich zum Beispiel unter Bäumen befanden, wurden nicht einmal angefeuchtet. So fällt auf, dass der Boden knochentrocken ist – ein klares Ergebnis der letzten Wochen.

Doch für die Landwirtschaft wäre mehr Regen ein Segen. Nach Angaben von Meteo-Schweiz sind nämlich seit Anfang April am Bodensee gerade einmal 15 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Dies ist weniger als ein Viertel des langjährigen Durchschnitts, der 70 Liter pro Quadratmeter im Monat April beträgt. Doch die Niederschlagssumme ist nicht alleine massgebend. Eine Trockenheit im Winter ist weniger problematisch, da die Verdunstung viel kleiner ist. So ist die Strahlung infolge der tieferen Sonnenbahn reduziert und die Verdunstung durch die Pflanzen gering. Im April ist die Verdunstungsrate jedoch höher, sodass die Böden schneller austrocknen. Die Niederschlagsbilanz am Bodensee sah vor einem Jahr ganz anders aus. So brachte der April 2017 dem Bodenseegebiet 127 Liter Regen pro Quadratmeter, was satten 181 Prozent des langjährigen Mittels entspricht.

Vor einem Jahr erfroren die Blüten im April

Der April vor einem Jahr hatte zwar deutlich mehr Niederschläge, allerdings wartete er mit einer unangenehmen Überraschung in der letzten Monatsdekade auf. So sanken die Temperaturen in den frühen Morgenstunden des 20. April 2017 am Bodensee auf -2 Grad, am folgenden Tag sogar auf -3 Grad. In Muldenlagen waren die Werte noch deutlich tiefer.

Durch den vorangegangenen März, der vergangenes Jahr deutlich zu warm war und der Vegetation einen grossen Vorsprung beschert hatte, wirkte sich der Aprilfrost besonders verheerend aus. Ein grosser Teil der Obstkulturen erlitt massive Schäden. Nicht umsonst sagt eine Bauernregel: «Heller Mondschein in der Aprilnacht schadet oft der Blütenpracht.» Tatsächlich erfolgten die Frostnächte bei klarem Himmel. Bei solchen Wetterlagen strahlt die Erdoberfläche die Wärme in Richtung Weltall ab. Da keine Wolken vorhanden sind, welche die Wärmestrahlung zurückreflektieren, kühlt der Boden schnell stark ab, wobei zuerst der Boden und später die Luft darüber immer kälter werden.

Da kalte Luft schwerer ist als warme, sammelt sich in Tälern und Senken die kälteste Luft an, was zu starken Frösten führen kann. Im April dieses Jahres sank die Temperatur im Bodenseegebiet jedoch nur am Morgen des 2. Aprils auf -0,8 Grad ab. Dies blieb aber ohne Folgen, da Anfang April die Vegetation in ihrer Entwicklung im Gegensatz zum Vorjahr noch leicht im Rückstand war.

Noch ist es nicht Sommer

Auch wenn der April heuer sommerlich warm war, können immer noch empfindliche Kälteeinbrüche auftreten. Dies kommt in folgender Bauernregel zum Ausdruck: «Ist’s vor Markus (25. April) warm, wird’s danach kalt.» Denn der nächste Kaltluftvorstoss kommt bestimmt. Die Frage ist nur, wie kalt die herbeigeführte Luft sein wird. Bei einem Polarlufteinbruch kann ein Aufklaren in der Nacht immer noch zu Bodenfrost und somit zu Schäden an den Baumblüten führen.

Die erste Hälfte des Monats Mai bildet oft mit einem kräftigen Vorstoss arktischer Kaltluft den Abschluss des Aprilwetters. Diese regelmässig auftretende Erscheinung ist den Bauern schon seit Urzeiten bekannt und gab den Eisheiligen ihren Namen.

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