Blitzer bewegt auch online

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Mörschwil Dass Radaranlagen unzählige Leute bewegen, zeigt sich nicht nur daran, dass der Blitzer beim Werkhof Mörschwil seit Anfang März bereits über 1000-mal geblitzt hat (Ausgabe vom 18. März). Auch online überschlagen sich die Kommentare. Wer annimmt, es handle sich dabei um ein Polizei-Bashing, irrt. Sicherlich, es gibt jene, die finden, «reine Geldmacherei», schliesslich sei keine Schule in der Nähe, die ihrer Ansicht nach einen Radar rechtfertige. Erstaunlich viele sind auf Facebook und auf tagblatt.ch aber der Meinung: Wer geblitzt wird, sei selber schuld. Geschwindigkeitsbegrenzungen seien dazu da, eingehalten zu werden. «Tja, so wie es aussieht, steht der Blitzer am rechten Ort», schreibt einer und räumt ein, er sei auch schon einige Male geblitzt worden.

Auch dafür, dass die Polizei auf besagtem Streckenabschnitt von Tempo 80 auf 60 reduziert hat, hat man Verständnis. Früher habe es dort nicht so viele Betriebe mit Ein- und Ausfahrten gegeben, begründet einer. «Wenn beim Werkhof ein LKW auf die Strasse einbiegt und es kommen oben um die Kurve zwei Autos mit 80 km/h angerauscht, dann Prost Festhütte.» Sogar ein Autofahrer aus Südamerika mischte sich ein. Sein Vorschlag: Schwellen auf die Strasse, damit jeder automatisch abbremsen muss. «Zum Glück lebe ich in Brasilien und muss mich nicht über solchen Abzockerkram mit erbärmlicher Bürokratie im Hintergrund ärgern», enerviert er sich. Seine Kommentare aus einem Staat, der «korrupt sei bis zum Gehtnicht-mehr» kommen bei den hiesigen Schreibern nicht an. «Dann leben Sie doch glücklich und zufrieden in Südamerika und mischen Sie sich nicht in unsere Angelegenheiten», wünscht ihm einer. (cor)