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BLINDTEXT BLIND BLIND BLINDTEXT: Das Dorf vor Hochwasser schützen

Rund um den Näppenschwilerbach, der unterirdisch durch Mörschwil fliesst, besteht Überschwemmungsgefahr. Dem will die Gemeinde nun entgegenwirken, mit einem Millionenprojekt.
Noemi Heule
Zuletzt trat der Bach 2002 über die Ufer. Dies soll künftig nicht mehr möglich sein. (Archivbild: PD)

Zuletzt trat der Bach 2002 über die Ufer. Dies soll künftig nicht mehr möglich sein. (Archivbild: PD)

Noemi Heule

noemi.heule

@tagblatt.ch

Der Näppenschwilerbach plätschert unscheinbar, ja grösstenteils unsichtbar, durch Mörsch­wil. Dass das kleine Bächlein durchaus Zerstörungskraft entwickeln kann, zeigte es zuletzt 2002. Nach starken Regenfällen schwoll der Bach an und floss als knietiefer Strom durch die Weiler Fahrn und Riederen. Seither schmiedet die Gemeinde Pläne zum Schutz vor Überschwemmungen. Das Problem ist der unterirdische Verlauf des Baches. Die Dole ist zu klein, um heftigen Regenfällen standzuhalten. Bald soll der Bach streckenweise oberirdisch fliessen. Am Mittwoch stellte die Gemeinde das Millionenprojekt der Bürgerschaft vor. Und erntete auch Kritik.

Kostenpunkt: 7,2 Millionen Franken

Rund 1,5 Kilometer des Baches, von Riederen bis Näppenschwil, sollen saniert werden. Dort, wo die Überschwemmungsgefahr derzeit am grössten ist. Teilstrecken von insgesamt 460 Metern werden offengelegt, der Grossteil weiterhin unterirdisch geführt, allerdings soll die Dole dort um das Fünffache vergrössert werden. Kantonale Vorgaben verlangen, dass die Bachführung einem Regen standhalten soll, wie er nur alle hundert Jahre vorkommt, wie Hanspeter Koller vom Ingenieurbüro Wälli ausführte. Wurden Gewässer früher eingedolt, um Land für die Landwirtschaft nutzbar zu machen, müssen sie laut Gewässerschutzgesetz nun wenn möglich freigelegt werden, um die Gebiete zu revitalisieren. Koller betonte aber, dass in Mörsch­wil nicht die Revitalisierung, sondern der Hochwasserschutz im Vordergrund stehe. Die Ingenieure rechnen mit einer Bauzeit von zwei Jahren und Kosten von rund 7,2 Millionen Franken. Davon verbleiben 4,3 Millionen bei der Gemeinde; den Rest übernehmen Bund und Kanton.

Dank eines Beschlusses der Stimmbürger aus dem Jahr 2015 übernimmt die Gemeinde die Kosten anstelle der Grundeigentümer. Nicht die Kosten liessen denn auch die Emotionen hochkochen, sondern das Vorgehen. «15 Jahre ist nichts gelaufen, und nun stellt man uns vor vollendete Tatsachen», enervierte sich ein Zuhörer. Auf Unverständnis stiess der Umstand, dass die Grundeigentümer nicht in die Pläne eingeweiht wurden. Dies, obwohl die Offenlegung des ­Baches auf ihrem Land für die Bauern einschneidend sei. «Seid froh, dass das Projekt endlich konkret wird», erwiderte Gemeindepräsident Paul Bühler. Im Auflageverfahren bestehe nun die Möglichkeit, sich einzubringen. Die Gemeinde will die betroffenen Eigentümer für beanspruchtes Land abgelten.

Dass zum Schluss, trotz mehrjähriger Planung, die Zeit für ­Gespräche fehlte, sei dem neuen Planungs- und Baugesetz geschuldet, sagte Patrick Brunsch­wiler von der Wälli AG. Die Auflageverfahren für das Bauprojekt und die Festlegung des Gewässerraumes sollen abgeschlossen sein, bevor dieses Anfang Oktober in Kraft tritt. Damit werde Klarheit geschaffen, da der weitere Verlauf des Verfahrens nach heutigem Gesetz erfolge.

Öffentliche Auflage

Die Pläne für die Bachsanierung liegen vom 31. August bis zum 29. September öffentlich auf.

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