Blech geformt, Gold geholt

GOSSAU. Der Gossauer Reto Reifler hatte bei den Schweizer Meisterschaften der Gebäudetechnik die Nase vorn. Nun möchte sich der Spengler für die Europameisterschaften qualifizieren.

Manuela Bruhin
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Vor seiner Lehre als Spengler machte Reto Reifler bereits eine Ausbildung zum Dachdecker. (Bild: Ralph Ribi)

Vor seiner Lehre als Spengler machte Reto Reifler bereits eine Ausbildung zum Dachdecker. (Bild: Ralph Ribi)

Über drei Tage lang dauerten die Schweizer Meisterschaften der Gebäudetechnik an der Freiburger Messe. Insgesamt 17 Stunden hatten Reto Reifler und seine acht Konkurrenten Zeit, ein Steildach mit Gaube mit einem Blech zu verkleiden. Eine heikle Aufgabe, die viel Fingerspitzengefühl erfordert. Denn: «Jeder Schlag daneben ist einer zu viel und danach zu sehen», erklärt der Gossauer. Im Vorfeld war die Aufgabe zwar in groben Zügen bekannt. «Da wir dies aber in unserem Geschäft eher weniger ausführen, übte ich eine Woche lang in einem Trainingslager und jeweils am Abend», sagt der 23-Jährige. Mit Erfolg: Reifler holte die Goldmedaille.

Auf erste Teilnahme verzichtet

Bereits in der Schulzeit war für Reto Reifler klar, dass er später einem handwerklichen Beruf nachgehen will. Das Werken bereitete ihm Spass, und auch heute, kurz nach seinem Lehrabschluss, geniesst er es, jeden Tag an der frischen Luft zu sein. Zuerst war es aber eine Lehre als Dachdecker, die der Gossauer absolvierte. Auch hier hätte er die Chance gehabt, an den Schweizer Meisterschaften teilzunehmen, verzichtete aber.

Nervosität schnell verflogen

Dachdecker zu sein war Reifler zu wenig. Deshalb hängte er die Ausbildung zum Spengler an. Die Kombination der beiden Berufe schätzt er. Vieles gehe so Hand in Hand, die Arbeit sei abwechslungsreich. Diese Freude bei der Arbeit spiegelte sich auch bei den Noten während der Lehrzeit als Spengler wider: Reifler schloss mit einem Gesamtdurchschnitt von 5,2 ab. Damit qualifizierte er sich auch für die Schweizer Meisterschaften. Dass er schliesslich die Goldmedaille mit nach Hause nehmen würde, damit rechnete Reifler nicht. «Klar wollte ich möglichst gut sein. Ich hätte aber gedacht, dass mich das Publikum viel stärker ablenkt, als es dann der Fall war.» Auch die Nervosität legte sich mit den Handgriffen rasch. Die Freude war riesig, als bekannt wurde, dass er den ersten Platz belegte. Auch aus seinem Umfeld kamen viele Gratulationen. «Es war eine neue Erfahrung für mich», erklärt er. Ohne die Unterstützung seiner Firma Hiltbrunner & Fraefel aus Wil wäre dies alles nicht möglich gewesen, sagt der Schweizer Meister. Sich nun auf den Lorbeeren auszuruhen kommt für ihn nicht in Frage. In rund vier Wochen treten die drei Medaillenträger der beiden vergangenen Jahre gegeneinander an. Dem Besten von ihnen winkt die Teilnahme an den Europameisterschaften in Göteborg. Welche Aufgabe dort gestellt wird, wissen die Teilnehmer noch nicht. Reifler hofft bereits auf einen guten Tag. «Ich werde mein Bestes geben.»