Blasmusik, die Helden auferstehen lässt

Der Musikverein Abtwil-St. Josefen und der Nachwuchs der Jugendmusik Gaiserwald lassen in musikalischen Bildern Film- und Nationalhelden auferstehen. Ihr facettenreiches Spiel am Unterhaltungsabend erfreut ein dankbares Publikum.

Fritz Bichsel
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Die Musiker begeistern das Publikum am Samstag auch mit ihren Soli. (Bild: Fritz Bichsel)

Die Musiker begeistern das Publikum am Samstag auch mit ihren Soli. (Bild: Fritz Bichsel)

ABTWIL. Abtwil ist heute Teil der städtischen Agglomeration. Die Blasmusik lebt aber noch vom ländlichen Flair. Auch etliche Junge unter den rund 300 Besuchern geniessen am Samstag im Oberstufenzentrum Konzert, Kulinarisches und Kontakte.

Beeindruckende Jungmusiker

Nachwuchs findet der Musikverein Abtwil-St. Josefen unter Blasmusikern der Musikschule. Diese bilden eine eigene Formation. Sehr junge Musikantinnen und Musikanten und etwas erfahrenere Kräfte gestalten unter Leitung von Lehrer und Dirigent Reto Scherrer den ersten Konzertteil. Es beeindruckt, wie sie bereits anspruchsvoll musizieren und mit wenig Lampenfieber die Werke selber ansagen.

An Wettspielen beteiligt sich der Musikverein ambitioniert in der zweiten Stärkeklasse. Was es dabei zu leisten vermag, zeigt das gut 30köpfige Korps in Harmoniebesetzung auch an diesem Abend. Etwa in «Smile», das Charlie Chaplin zu einem seiner Filme komponierte. Im Vordergrund steht jedoch das Ziel des Abends: das Publikum mit mittragender Musik zu unterhalten. Dazu gehören monumentale Klänge wie die Ouvertüre der Rossini-Oper «Wilhelm Tell». Hier holen die launig durchs Programm führenden Musikanten für den Apfelschuss einen «Russen» (noch mehr wegen der Sprache als wegen des Vornamens) auf die Bühne: Der aus dem Rheintal stammende neue Gemeindepräsident Boris Tschirky schiesst so, dass Walterli und dem Apfel nichts passiert.

Bei «Chattanooga Choo Choo» glaubt man, Glenn Miller swingen zu hören zum Stampfen der Dampflok. Auch der Pate oder James Bond geistern fast leibhaftig über die Bühne.

Helden und Legenden

Das Blasorchester malt musikalische Bilder von Helden und Legenden, denen es das diesjährige Programm widmet. Scherrer führt es sicher durch unterschiedlichste Stilrichtungen, auch bei herausfordernden Gershwin-Werken. Es wandelt sich sogar zur Volksmusikformation für den «Urnerbodä-Kafi» mit tragender Rolle des Klarinettenregisters.

Das Publikum geniesst die drei Konzertteile konzentriert, geht gelegentlich rhythmisch-klatschend mit und spendet verdienten Szenenapplaus.

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