BITCOIN: Digitales «Mönz» beziehen

Im Hotel Herisau wird man schon bald digital bezahlen können. Als erstes Hotel in Europa stellt es einen Bitcoin-Automaten bereit.

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René Wohnlich und Monika Bodenmann-Odermatt setzen mit dem Automaten im Hotel Herisau einen Grundstein für den Bitcoin im Appenzellerland. (Bild: Jonas Manser)

René Wohnlich und Monika Bodenmann-Odermatt setzen mit dem Automaten im Hotel Herisau einen Grundstein für den Bitcoin im Appenzellerland. (Bild: Jonas Manser)

Digitale Zahlungsmittel sind für viele noch ein sehr abstraktes Konzept. Doch digitales Geld wie der Bitcoin könnte schon viel schneller in unserem Alltag Einzug halten als gedacht. Das Hotel Herisau ist das erste Hotel in ganz Europa, welches einen Bitcoin-Automaten zur Verfügung stellt. Hoteldirektor René Wohnlich sieht sich jedoch nicht als Einzelkämpfer. «Zusammen mit dem Ausserrhoder Tourismusverband zeigen wir, dass Appenzell auch in Sachen Digitalisierung ganz vorne mit dabei ist», sagt er. Bereits ab diesem Sommer werde es möglich sein, im Hotel Herisau mit Bitcoins zu bezahlen.

Touristen können Schweizer Franken beziehen

Monika Bodenmann-Odermatt, Verwaltungsratspräsidentin von Appenzellerland Tourismus AR, glaubt, dass damit auch ein wenig dem eher konservativen Image des Kantons entgegengewirkt werden solle. Es sei auch im In­teresse des Tourismus, grössere Leistungsträger im Appenzellerland für Bitcoin zu gewinnen, um so die neue Zahlungsmöglichkeit noch stärker ins Rollen zu bringen. Am Automaten im Hotel Herisau kann man direkt Schweizer Franken abheben oder einzahlen. Als Besitzer eines virtuellen Geldbeutels müsse man sich so keine Gedanken um Fremdwährungen mehr machen, erklärt Jakob Gülünay, CEO der Jawin Swiss AG in Urnäsch, einen der Vorteile des Bitcoins. Touristen können so direkt im Hotel Schweizer Franken beziehen.

Ausserdem könne man am Automaten bis zu 5000 Franken anonym auf sein Bitcoin-Konto einzahlen. Wer mehr einzahlen möchte, muss sich registrieren. «Einzahlungen können auch online getätigt werden, der Automat vereinfacht den ganzen Prozess jedoch um einiges», so Gülünay. Auch Unternehmer wie René Wohnlich sehen die Vorteile der digitalen Währung. Es entstünden nur minimale Transaktionskosten, und im Gegensatz zu herkömmlichen Kreditkarten müsse das Unternehmen nicht warten, bis das Geld auch tatsächlich angekommen sei.

Bitcoin ist die Leitwährung der sogenannten Kryptowährungen. Er dient nicht nur als Zahlungsmittel im Alltag, sondern wird bereits von Banken als Referenzwährung verwendet. Weltweit nutzen 150 Millionen Menschen das digitale Zahlungsmittel, heisst es bei der Jawin Swiss AG. 90 Prozent seien aus dem asiatischen Raum. In Japan etwa hat die Regierung den Bitcoin auf 1. April 2017 als offizielle Währung im Gesetz verankert. (jm)