Bisher sind keine überraschenden Namen zu hören

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Kandidaten Seit bekannt ist, dass Nino Cozzio Ende Jahr aus dem Stadtrat zurücktritt, wird über mögliche Nachfolgerinnen und Nachfolger spekuliert. Die Parteien, aber auch potenzielle Kandidierende halten sich noch bedeckt. Einzige Ausnahme ist Martin Würmli. Der heute in Zug wirkende St. Galler CVP-Mann hat sich am Dienstag aus dem Rennen um die Cozzio-Nachfolge genommen (Tagblatt von gestern). Vor 2019 kommt eine Kandidatur für ihn nicht in Frage, und dann interessiert sich Würmli allenfalls fürs Stadtpräsidium. Das ist eine Ankündigung, die man auch als Kampfansage an die FDP verstehen kann, die heute den Stadtpräsidenten stellt. Und das könnte das Schmieden eines Wahlbündnisses von CVP, FDP und SVP für diesen Herbst belasten.

In ihrer Mitteilung zum gestrigen Treffen der Parteispitzen schreiben CVP, FDP und SVP von insgesamt neun «kompetenten, wählbaren» Personen, die für den Wahlkampf um die Nachfolge von Nino Cozzio zur Verfügung stünden. Namen werden im Communiqué keine genannt, allerdings kursieren solche hinter den Kulissen. Bei der CVP werden Kantonsrat, Stadtparlamentarier und Noch-Stadtparteipräsident Michael Hugentobler, der Gaiserwalder Gemeindepräsident und Kantonsrat Boris Tschirky sowie Stadtparlamentarierin Barbara Hächler immer wieder genannt. Bei Hugentobler ist offen, inwieweit er nach dem Wahldebakel vom vergangenen Herbst vom CSP-Flügel der Stadtpartei noch mitgetragen wird. Tschirky wird nachgesagt, er interessiere sich nicht für den St. Galler Stadtrat, sondern wenn schon, für die Kantonsregierung. Barbara Hächler wiederum ist ausserhalb der CVP noch wenig bekannt.

Viele Möglichkeiten für eine Kampfkandidatur

Bei der SVP stehen zwei Frauen und ein Mann gemäss der Gerüchteküche in den Startlöchern. Stadtparlamentarierin Karin Winter-Dubs, die schon hätte kandidieren können, wenn sie das wirklich gewollt hätte, wird auf dem Kandidatenkarussell langsam von Stadtparlamentarierin Sandra Steinemann überflügelt. Und Stadtparlamentarier Jürg Brunner hat schon vor den Erneuerungswahlen des Stadtrates im Herbst 2016 keinen Hehl aus seinem Interesse an einem Exe­kutivamt gemacht.

Die FDP hat keinen wirklichen Druck für eine Kandidatur. Könnte sie aber bei der Cozzio-Nachfolge punkten und ihren zweiten Stadtratssitz zurückholen, hätte sie sich für die nächste Stadtratswahl, bei der Stadtpräsident Thomas Scheitlin zu ersetzen sein wird, in eine gute Ausgangslage gebracht. Die Freisinnigen könnten dann mit einer amtierenden Stadträtin oder einem amtierenden Stadtrat versuchen, dieses Präsidium zu verteidigen. Sie wären dann diesbezüglich gegenüber der SP mit Peter Jans und dem parteilosen Schuldirektor Markus Buschor nicht mehr im Hintertreffen.

Namen sind bei der FDP auch hintenherum noch Mangelware. Immer wieder als potenzielle Nachfolgerin für Nino Cozzio genannt wird die Kantonsrätin und städtische Standortfördererin Isabel Schorer. Wie bei früheren Stadtratswahlen zu hören sind die Namen von Recycling-Unternehmer Christoph Solenthaler und Susanne Vincenz-Stauffacher, ehemalige Präsidentin der kantonalen Frauenzentrale aus Abtwil.

Kandidatennamen von links der Mitte sind ebenfalls Mangelware. Zu hören ist, dass die grünliberale Kantonsrätin Sonja Lüthi beim Wahlvolk wohl Chancen hätte. Teilen der SP, die die Kandidatur mittragen müsste, ist sie aber in sozialen Fragen «zu weit weg». Der grünliberale Stadtparlamentarier Thomas Brunner wäre für viele Grüne unmöglich. Bei diesen sind die Namen von Kantonsrat Thomas Schwager sowie von Kantonsrat und Stadtparlamentarier Basil Oberholzer zu hören. Zweifel, dass die beiden wollen, sind erlaubt. (vre)